Wie man richtig küsst

Holly-Jane Rahlens, Wie man richtig küßt. Aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Ludwig,
Beltz & Gelberg 2005. 293 S.,
ISBN 3-407-80956-5

“Rebella ist 15, befindet sich mitten in der Hölle der Hormone und muss drei Wochen mit ihrer Mutter verreisen! Im Koffer hat sie einen Sex-Ratgeber, im Kopf ihre Träume und im Herzen einen tiefen Schmerz.” So der Rückentext.

Eines der ersten Bücher, die in den Buchdiskussionen 2005/2006 besprochen wurden, war “Wie man richtig küsst” von Holly-Jane Rahlens. Diejenigen, die bereits ihren ersten Roman “Prinz William, Maximilian Minsky und ich” kennen, waren sehr gespannt darauf. Sowohl der Titel wie auch das Cover wurden sehr kontrovers aufgenommen. Die Meinungen der Leserinnen zum Buch selbst rangieren von großer Begeisterung, über ziemlich langweilig bis total genervt. Es gab zum Teil stürmische Diskussionen, je nach dem wie nahe dran oder wie distanziert die Diskutierenden zur Hauptperson standen.

Hier einige Kommentare aus den Altersgruppen 13/14 und 15-18 Jahre

Zum Buch:

Das Buch ist super, die erste Seite genial, es ist gut, dass es nicht darum geht, wie man richtig küsst. - Toll, ich bin vernarrt in das Buch, das Einzige, was mich stört ist das Foto, das vor dem Unfall gamacht wurde, das ist nicht klar. - “Maximilian” war besser, hat mehr Tiefgang gehabt. - Fein, dass Nelly und Max vom 1. Buch drinnen sind. - Eigentlich ist das Buch gut aber unrealistisch. - Ur-Teeni-Roman mit poetischen Einschüben. - Am Anfang hat es mir schon gefallen, es ist urlustig, aber dann zieht es sich. - Das ganze ist so fad, ich kriege das täglich in der Schule zu hören. - Ich dachte, das ist total übertrieben?! - Ist es auch, das schlimme ist nur, dass ich genau solche Leute kenne. - Ich auch, in meiner neuen Klasse gibt es einige.

Zum Schluss:

Das Ende wäre besser gewesen, wenn am Bahnhof Schluss gewesen wäre. - Das Ende hat mir nicht so gefallen, aber beim zweiten Mal lesen ist es o.k. - Der Schluß ist nicht so schön, wenn auch realitätsnah, aber traurig

Zu den Charakteren:

So eine gestörte, eingebildete, oberflächliche Tussi, die Renée Bella Brody. - Sie hat nur in ihren Gedanken gelebt. - Es gibt eine Wandlung, zum Schluss aber wieder gleich. - Klischeehaft. So peinlich. Tierisch genervt. - Gut beschrieben, was für sie das Schwimmen bedeutet. Wenn ich so eine Tochter hätte, ich würde durchdrehen. - Und so eine neugierige Mutter, urschlimm, dass Renée Angst haben muss, dass ihre Mutter über alles schreibt “… ich sehe schon die nächste Überschrift…”

Zur Sprache:

Cool. - O.k. - Der Satz “end of story” ist ziemlich nervig, es ist klar, dass das der letzte Satz sein wird.

Zum Humor:

So lustig, wie sie sich das Piercing machen läßt. - Herrlich komisch die Idee mit der LipLuv (Lippenvergrößerungscreme). - Oder die Stelle, wo sie den Ausschlag und den Juckreiz von der Enthaarungscreme bekommt!!!

Zum Cover:

Ganz gut. - Ich mag es so gerne. - Sieht aus wie Werbung aus den 60er Jahren. - Wie Haribo Früchte. - Urgeil.


37 Antworten auf “Wie man richtig küsst”

  1. Lena sagt:

    Für mich hatte dieses Buch eine irrsinnig große Anziehungskraft - ich hatte extreme Lust es zu lesen und es hat dann auch meine Erwartungen nicht enttäuscht, ein wirklich lustiges Buch zu sein. Teilweise übertrieben, teilweise sehr nahe an der Wahrheit - eine gute Mischung.
    Besonders gefallen hat mir, dass Holly-Jane Rahlens so gut aufgezeigt hat, wie das so ist mit dem Verlieben. Es gibt so viele Personen, in die man sich, wie man denkt, verlieben könnte und dann träumt man sich dieses Gefühl und auch eine Geschichte zusammen. Aber dann. Verliebt man sich in jemanden, von dem man niemals gedacht hätte, dass er/sie in Frage kommt. Und alles ist ganz anders. Die Verrücktheit des Buches ist der der Liebe ähnlich, das hat mir gefallen.
    Natürlich sind die Charaktere (vor allem der von Renée) total übertrieben, aber so spricht er wenigstens Teile in uns allen an.
    Ich finde einfach, es tut manchmal gut solche lockeren Bücher zu lesen und dadurch Gefühle auch einmal so frei und luftig zuzulassen.

  2. Kathi sagt:

    VOM KÜSSEN UND MEHR….

    Wie man richtig küsst weiß Renée schon, obwohl diese Erfahrung schwer zu erlangen ist, wenn man eine Mutter hat, die alles, was ihre Tochter tut in ihren Kolumnen dokumentiert. Doch alles Restliche erfährt sie zum Glück aus ihrem Sex-Ratgeber “Sammy”, und bald kann sie ihr Wissen auch schon anwenden, denn Renée passiert etwas Unglaubliches: sie verliebt sich!

    Wenn ihr mich fragt, ist die Idee von einem Mädchen, das vor den Augen einer neugierigen Dr.Mom und den Tipps eines 744 seitigen Sex-Ratgebers aufwächst, nicht schlecht, sogar eigentlich recht interessant und
    unterhaltsam, fast schon lesenswert. Nur ist dies der Autorin ein wenig misslungen, denn das Buch strotzt nur so von angeblichen Teenie-Klischees und jede Menge Erwachsenen-Ansichten vom Jugendleben. Alles in allem eher ein fragwürdiger Mädchenroman, dessen ständiger Satz “end of story” bald an Witz verliert, und gewaltig nervt.

    Kathi Heyse

  3. Mirjam sagt:

    Hallo Kathi, was meinst du genau mit Teenie-Klischee? Kannst du ein Beispiel anführen, was dich gestört hat? Ich habe vieles amüsant gefunden, z. B. die Lipluv Creme. Womit hat die Autorin deine Gefühle verletzt? Was genau hat dich geärgert?

  4. Kathi sagt:

    Sie hat meine Gefühle nicht verletzt, ich war nur einfach nicht überzeugt von ihren Charakteren! Sagen wir so, ich hab ihr diese “mein Aussehen ist so wichtig - ich hasse meine schreckliche Mutter - ich lebe nur für mein erstes Mal” - Renée nicht abgekauft. Es gibt nun mal Bücher, bei denen man sich verliert, bei denen man denkt “ja! genauso ist es, wieso sagt das sonst nie wer?” Dieses Buch war nicht so eines. Renée wird so oberflächlich dargestellt, niemand im echten Leben würde z.B. total für einen Jungen schwärmen, ihn für einen anderen vergessen, auf einmal alles für das Aussehen tun, und dann plötzlich wieder mit dem anderen rum machen!
    Soviel dazu.

  5. Lena sagt:

    Aber ist es nicht genauso ein Kampf, den wir die ganze Zeit führen? - Wer bin ich, wo sehe ich mich, wie sehe ich mich, wie will ich mich sehen, was muss ich tun, um dahin zu kommen? Man ist sich doch in seiner ganzen Person nicht sicher und deshalb übt man sich doch auch erst in seinen Charakter ein. Also dieses Hin- und Her habe ich sehr gut verstanden, auch, wenn ich nie so wie Renée war (jedenfalls habe ich mich nie so gesehen), bei mir hat sich das dann in anderen Kleinigkeiten geäußert.

    Kathi, kannst du mir das noch einmal mit den Burschen erklären, ich glaub, ich bring da jetzt einiges durcheinander. Wie meinst du das - welcher ist welcher? Also zuerst schwärmt sie ja für einen, dann lernt sie den Klavierspieler kennen und verliebt sich in ihn, dann sind die Ferien vorbei und aufgrund dessen ‘trennen’ sie sich wieder… was passiert dann? Ich kann mich nicht mehr so gut erinnern und weiß deshalb auch nicht so genau, was du mit deinem letzten Satz meinst?!

  6. Lena Schmidtkunz sagt:

    da bin ich total kathis meinung!!
    dieses buch war übertrieben, vollkommen unrealistisch und stellenweise träge!
    die charaktere würden in dieser form nie vorkommen.
    auch war es echt ziemlich daneben, dass diese komische renée dauernd von diesem typen geschwärmt hat und dann plötzlich mit dem anderen rumgemacht hat, so, als ob der alte völlig egal wäre, und dann kommt sie zurück nach hause und plötzlich ist der andere wieder uuur wichtig!
    meiner meinung nach ist es ein langweiliges oberflächiges buch, das falsche werte vermittelt!
    Lena Schmidtkunz

  7. Mirjam sagt:

    Lena, bist du dir da ganz sicher, dass solche Charaktere im richtigen Leben nicht vorkommen? Ein Mädchen aus einer älteren Gruppe war zwar auch der Meinung, dass es an der Lektüre über so langweilige, oberflächliche Charaktäre nicht interessiert sei, aber, wie es sagte, kenne es leider gerade solche langweilige und oberflächliche Wesen. Dass dir diese Renée nicht gefällt, das will ich dir gerne glauben, und auch dass dir die Hinwendungen an ihre, gerade zur Verfügung stehenden Adressaten ihrer Gefühle, gegen den Strich gehen. Aber das heißt noch lange nicht, dass es das nicht gibt. Zuerst hat sie geschwärmt von diesem Schönling, dann hat sie sich verliebt in ein Gegenstück - und die Liebe hat nichts mit dem Verstand und der Vernunft zu tun, Gefühle gehen ihre eigenen Wege - ja, und dann sind die beiden in verschiedene Richtungen gegangen … Das Ende ist desillusionierend, da hast du recht. Wie schon Doris oder war es Elisabeth? sagten, am Banhof hätte das Buch enden sollen.

  8. Lena sagt:

    Schwärmen und sich verlieben ist doch außerdem was anderes. Irgendwie. Deshalb lässt sich das für mich sehr gut vereinbaren.
    Ich kenne das Gefühl doch sehr gut, dass man sich denkt ‘ach, der und der ist so toll, ich könnte mich glatt in ihn verlieben’ (passieren tut es dann seltsamerweise nie, da kann man es sich noch so sehr wünschen und eben schwärmen) und dann verliebt man sich in jemand ganz anderes, von dem man es nie erwartet hätte.

  9. Kathi sagt:

    Naja Lena, am Ende geht sie mit dem Typen vom Anfang auf ein Konzert und flirtet einfach weiter! Soweit ich mich erinnere war das sogar am gleichen Tag, an dem sie sich am Bahnhof noch einmal mit Marek traf, aber da bin ich mir auch nicht so sicher!
    Ich glaube auch, dass man sich unerwartet verlieben kann, und ich gebe genauso zu, dass ich des öfteren an mehreren Jungs gleichzeitig interessiert bin, aber wenn ich mich mal entschieden hab, bleibe ich auch dabei, und ersetze nicht einen durch den anderen! Das ist nämlich unfair und ….. nuttig!

  10. kiki sagt:

    ich hab gemischte gefühle was dieses buch angeht…
    ich verstehe so ziemlich alle standpunkte die hier vertreten sind. aber … ich schlage mich mehr auf kathis seite, denke ich ..!
    aber was ich eigendlich sagen wollte ist, dass mich diese szene, … die, in der sie diese komische sexuelle phantasie mit dem MANN im zug hat echt, echt schockiert hat!! und dass sie mir sehr negativ in erinnerung geblieben ist!
    ich meine, welche 15-jährige hat solche fantasien mit erwachsenen männern?!
    und welcher “teenie” erzählt seiner mutter von solchen oder ähnlichen sachen, wie z.b., dass man glaubt, dass ein unbekannter, der zufällig im selben abteil sitzt, sich zu einem hingezogen fühlt, nur wegen diesem komischen lipp loov?!

    überhaupt nervt mich einbisschen, dass diese renée so sehr in ihrer phantasie lebt! natürlich tun wir das alle … aber diese wolkenwelt einer fremden 15-jährigen interessiert mich, in diesem fall, herzlich wenig!
    was die “flittchenhaftigkeit” betrifft, die kathi erwähnt hat, muss ich ihr eindeutig zustimmen!! was mir gefallen hat, war, wie renéé beschrieben hat was das schwimmen für sie bedeutet (ich hoffe ich verwechsle jetzt nichts…es ist schon länger her, dass ich dieses buch gelesen habe…!).
    und eigentlich habe ich es im großen und ganzen relativ unterhaltsam gefunden…

  11. Lena sagt:

    Ich versteh sehr gut, was du meinst, kathi, bzw. was dich daran ärgert, das tut es mich nämlich auch. Bei dem Klavierspieler hat es ja den Anschein als wäre sie richtig wirklich verliebt und es ist dann desillusionierend, dass sie ihn quasi so schnell ‘vergisst’. Das finde ich auch blöd und vor allem auch nicht realistisch, weil das vorher schon eine sehr intensive Liebesgeschichte ist.
    Gleichzeitig ist es ja so, dass nach ihrer beider Einverständnis ihre ‘Geschichte’ nicht wirklich Zukunft hat (oder irre ich mich da jetzt?!) und sie sich deshalb ja jetzt auch nicht auf den Klavierspieler festzulegen braucht. Dass es so schnell geht und vor allem, dass sie erst wieder mit dem seltsamen Typen vom Anfang was hat, ist echt blöd, wie ohnehin schon geschrieben. Nuttig finde ich etwas zu übertrieben, man ist als LeserIn einfach enttäuscht, weil man sich durchaus mehr von Renée erwarten hätte können (so ein bisschen lernen aus der Geschichte mit dem Klavierspieler, mein ich).

  12. Mirjam sagt:

    Also die Begegnung von Renée und Marek war für beide sehr wichtig und eine Chance voneinander zu lernen. Zusammengepasst haben sie nicht. Noch nicht. Vielleicht einmal. Vielleicht nie. Ob sie sich noch einmal begegnen ist zweifelhaft. Marek, der stille Junge, der nur mit und durch Musik lebt, pflichtbewußt, lebensfremd und linkisch. Und die lebensfrohe, sportliche, überschwängliche, extrovertierte und auch oberflächliche Renée, die ein bisschen Wirbel und Frohsinn in sein Leben gebracht hat. Und er wiederum hat sie beschäftigt, noch ehe sie von ihrem Gegenteil angezogen wurde. Ich denke, dass sie noch einige solcher Begegnungen bedarf, um etwas wie Tiefgang zu bekommen, wenn überhaupt. Und auch die Autorin selbst hat ihr das nicht zugetraut, siehe Schluß.

    Aber nun frage ich euch einmal nach dem Vater des Mädchens. Ihr erwähnt ihn überhaupt nicht. Das Nicht-Trauern-Können Renées, der unaufgearbeitete Vaterverlust ist völlig untergegangen, bzw. gar nicht zur Sprache gekommen. Warum?

  13. Kathi sagt:

    Ich glaube damit hat sich die Autotin ein wenig übernommen. Die ganze Geschichte muss nicht auch noch ne traurige, dramatische Vergangenheit haben! Ich finde sowieso, dass das die Geschichte unnötig verwirrt und “verstopft” hat!
    Was ich allerdings nachvoll ziehen kann und auch lebensecht fand, war die Szene da oben auf dem Berg, wo ihre Mutter mit diesem Typen flirtet und Renée wegläuft! Das war durchaus passend und nicht übertrieben. Sie ist immerhin impulsiv, und wen sockt es denn nicht, wenn die Mutter/ der Vater eine neue Beziehung beginnt?

  14. Lena sagt:

    Also.
    Ich habe mir mit dieser Antwort sehr viel Zeit gelassen - ich hab nämlich das Buch jetzt noch einmal gelesen, weil es mich nicht losgelassen hat.
    Ich weiß nicht, warum mir die ‘Vatergeschichte’ so nebensächlich vorkommt, bzw. ich vor allem beim ersten Mal so sehr darüber hinweggelesen habe…
    Im Gegensatz zu Kathi finde ich aber gar nicht, dass die Autorin sich damit übernommen hat. Im Gegenteil, ich finde sie beschreibt das sehr realitätsnah, sowohl die Gefühle von Renée als auch die ihrer Mutter und wie sie zusammen damit umgehen. Besonders die Szene im Wohnzimmer nach dem Urlaub finde ich sehr gelungen.
    Ich finde auch nicht, dass das die Geschichte verwirrt und verstopft hat, gar nicht, sie wird intensiver dadurch. Und sie zeigt doch auch auf, was man an guten Freunden hat (das Bedürfniss mit Marek darüber zu sprechen, bzw. er, der erst diese Tür in ihr öffnet; und auch Fritzi - das Verstehen und Annähern nach so langer Zeit).

    Auch beim zweiten Lesen habe ich übrigens nichts schlimmes daran gefunden, dass sich Renée dann wieder mit Philipp einlässt. Vor allem, weil einiges danach klingt, als würde sie die ‘Freundschaft’ schon einen Schritt reifer antreten können.
    Mir gefällts einfach weiterhin sehr gut!

  15. Holly sagt:

    Hallo Lena, Lena Sch., Kathi, Kiki,
    Liebe Mirjam,

    ich finde es ganz toll, dass ihr mein Buch so ernst nehmt, dass ihr euch so klar und ehrlich dazu äußert, dass dieses Buch solch eine heftige und emotionale Diskussion hervorgerufen hat. (Excuse my German übrigens — Ihr wisst: Deutsch ist nicht meine Muttersprache). Anyway: danke für eure Blog-Kommentare.

    Eure Bemerkungen haben mich berührt, immer wieder überrascht und auch ein klein bißchen verärgert. Einige von Euch sind Renée gegenüber so wahnsinnig streng gewesen. Und ich finde es erstaunlich, dass ihr alle (außer Lena) den Tod des Vaters gar nicht so richtig ernst nehmt. Renée beschäftigt sich mit dem Sex als eine Art Ablenkung, finde ich. Statt an den Vater, an den Tod, zu denken, statt zu trauern, hat sie nur Sex im Kopf. Aber ganz langsam, durch die Beziehung zu Marek, durch die Liebe und die Freundschaft, öffnet sie sich, kann über den Tod und ihren Vater sprechen. Und in dem Moment ist der Sex nicht mehr so wichtig. Sie schläft doch gar nicht mit Marek, will gar nicht. Es reicht einfach, neben ihm zu liegen und zu wissen: er hat mich gern und ich ihn auch.

    Ich stimme Lena (18. Februar) zu: am Ende, wenn Renée Philipp Zwei wieder trifft, ist sie reifer. Eine ganz andere Renée als die am Anfang. Wenn sie ganz am Schluss sagt, “ich werde ihm zeigen wie man richtig küsst” dann wissen wir, sie meint, ich werde ihm zeigen wie man richtig liebt. (Danke, Lena, dass Du mein Buch ZWEImal gelesen hast! Wow! Ich fühle mich geehrt.)

    Ich habe übrigens auch gestaunt, dass Ihr Probleme mit Renées sexuellen Fantasien habt, vor allem mit dem “älteren” Mann im Zug (der Ende 30 ist). Er sieht aus wie Renées Schwarm, The Great Gatzki, und deshalb findet sie ihn gut. Habt Ihr nie eine Fantasie mit einem Star gehabt? Habt Ihr nie überlegt wie es wäre Johnny Depp, der 42 Jahre alt ist, zu küssen? Oder Orlando Bloom, 30 Jahre alt? Oder Robbie Williams, Mitte 30?

    Also: the discussion continues.

  16. Kathi sagt:

    Liebe Holly!
    Ich möchte klarstellen, dass ich das Buch nicht NUR schlecht fand - im Gegenteil: ich fand viele Vergleiche sehr passend und auch zutreffend, und realistisch. Trotzdem gibt es eben Dinge, die meiner Meinung nach unnötig waren, wie eben z.B. das mit dem toten Vater. Es hätte gereicht, wenn dieser einfach nur abgehauen wäre, ich glaube das hätte Renées besonders schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter noch besser begründet und unterstrichen, aber egal, die Szene im Schwimmbad hat mir gut gefallen. Ich kenne sowohl das Gefühl der unendlichen Freude am Schwimmen, wie auch das ständige Ausschau halten nach Jungs sehr gut von mir!
    Ich bin aber einfach der Meinung, dass es zu viel war, was in der Geschichte aufgetaucht ist, das hat mich eigentlich so gestört. Man hätte wohl mehr auf ein oder zwei Themen eingehen sollen…

    Ich finde es übrigens großartig, dass du, Holly, an unserer Diskussion teilnimmst, vor allem weil ich selbst gerne einmal ein paar Geschichten veröffentlichen möchte und es ein Kindheitstraum von mir ist, Buchautorin zu werden! In diesem Sinne hoffe ich, dass wir oder ich dein Werk nicht allzu schlimm bewertet haben!

  17. Tamara sagt:

    An alle!!

    Ich fand das Buch sehr gut, auch das nicht Trauern können um den toten Vater. Marek hat ihr geholfen den Schmerz heraus zu lassen. Leider finde ich den Marek ein bisschen sehr hässlich dargestellt aber es zählt ja nicht das Äußere.
    Der Satz “thanks but no thanks” war ein bisschen nervig. Grandios waren aber die Songtexte von Kings of Prussia. Sie haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.
    Das haben zwar schon so viele geschrieben, aber ich muss es noch einmal sagen: die erste Seite ist echt genial!
    Übertrieben finde ich, dass Rebella immer Angst haben muss, dass am nächsten Tag etwas von ihr in der Zeitung steht. So eine Mutter wäre für mich der Horror!
    Dass diese aber immer Müsliriegel kaut, kann ich verstehen, denn, wenn man erst einmal damit anfängt kann man nicht mehr aufhören.

  18. Lea sagt:

    Also meiner Meinung nach ist “Wie man richtig küsst” ein super-super-super gutes Buch! Bei manchen Szenen hab ich mich gar nicht mehr eingekriegt vor Lachen! Der Humor in dem Buch ist echt Spitze und dass Renées Vater gestorben ist, finde ich überhaupt nicht unpassend. im Gegenteil, es ist sehr wichtig für die Geschichte! Renée wirkt, finde ich, am Anfang und bis Mitte des Buches sehr selbstsicher, flirtet mit vielen Jungs und hat viele Sprüche parat, aber sie schleppt die ganze Zeit einen tiefen Schmerz mit sich herum - über den Tod ihres Vaters. Sie hatte noch keine Möglichkeit, ihm freien Lauf zu lassen. Erst Marek ermöglicht es ihr, dass sie ihren Kummer mit ihm teilt. Ich finde das sehr schön, und es zeigt auch, wie wichtig es ist, über so etwas Schlimmes reden zu können und es nicht zu verdrängen. Abgesehen von dieser bewegenden Geschichte, die mit dem Buch mitfließt, ist es soooo lustig. Das muss ich nochmal sagen!! Wirklich super gelungen, auch die ganzen Sprüche (”thanks, but no thanks”, “end of story” etc.) haben richtig gut gepasst und waren genau das richtige Maß, um nicht zu nerven. Super, super, super Buch!!!!

  19. Melanie sagt:

    Eine tolle Diskussion, echt tiefgründig! Kompliment an alle!!

    Ich glaube, dass Renée durch Marek reifer geworden ist. Sie hat durch ihn nicht nur die Trauer um ihren Vater angefangen zu verarbeiten, sie hat auch was über Liebe gelernt. Etwas, das sie aus Sammy nicht hätte lernen können. Am Ende steht sie zu Philipp anders als am Anfang. Ich glaube, dass sie jetzt nicht mehr so nach Sex drängt und nicht mehr so oberflächlich ist, wie ihr sagt. Marek war eine wichtige Begegnug für Renée, um eine gute Beziehung zu Philipp führen zu können. Marek ist einfach schon reifer oder hat seine Hormone besser im Griff. Philipp hätte nie so einen romantischen Spaziergang vorgeschlagen oder wäre nie “nur” nebeneinander im Bett gelegen. Diese Seite der Liebe hat er ja selbst noch nicht erkannt, doch nun kann Renée ihm ja zeigen wie man richtig küsst… Deshalb finde ich das Ende auch nicht dumm, sie hat was gelernt!

    Zum Humor in dem Buch: Einfach originell! Eine meiner Lachkrampfstellen war, wie ihr die Schulpsychologin rät einen Luftballon mit abbaubarem, 100% umweltfreundlichem Treibgas zu füllen und eine Nachricht an ihren Vater zu schicken.
    Renée mag Fritzi nicht mehr, weil ihr Vater bei dem Unfall überlebt hat.
    Wie denkt ihr darüber?

  20. Lea sagt:

    Hi Melli, zu deiner letzten Frage: Ich finde es schon ziemlich unfair, wie Renée Fritzi behandelt - immerhin kann Fritzi ja überhaupt nichts dafür, dass ihr Vater noch lebt. Aber man muss sich wahrscheinlich vorstellen, wie man selber in solch einer Situation, voller Schmerz und Trauer, handeln würde. Da vergisst man Gerechtigkeit wahrscheinlich schon mal.

  21. Tamara sagt:

    Liebe Melli, liebe Lea!
    Ich finde auch, dass Renée, Fritzi sehr ungerecht behandelt. Anderseits kann ich sie auch sehr gut verstehen. Ihr Vater kam bei dem Unfall ums Leben, Fritzis Vater aber brach sich nur das Schlüsselbein.
    Ich finde, dass Lea es ein bisschen hart ausgedrückt hat, indem sie sagte: sie kann ja nichts dafür, dass ihr Vater noch lebt. Sicher stimmt es, aber ich hätte eher gesagt: sie kann ja nichts dafür das Reneés Vater ums Leben kam. Genauso würde ich das nämlich sehen. Schließlich wäre es doch schlimm Vater und beste Freundin auf einmal zu verlieren!

  22. Holly sagt:

    Liebe Lea, Tamara, Melanie, Kathi & alle anderen,

    das ist so eine schöne Sache für eine Autorin: schwarz auf weiss zu sehen, dass ihre Leser sie ernst nehmen, dass sie über ihre Figuren nachdenken, sich über die Geschichte streiten, usw. Ich danke Euch dafür. Es macht viel Spaß Eure Kommentare zu lesen. Ob ich mit 13, 14, 15 so klar und kritisch über Bücher geschrieben habe? Ich glaube eher nicht. Eines ist aber sicher: mit 13, 14, 15 habe ich nicht solche Bücher gelesen! Sie existierten nicht. Es gab Bücher für Kinder und Bücher für Erwachsene, nicht aber Bücher für intelligente, neugierige, lebensdurstige Teenager. Es gab ja etwas oberflächliche “romance novels” für die Mädchen und “Action Romane” für die Jungs, (die gibt’s heute noch), aber echte, komplexe, literarische Bücher leider nicht. Manchmal denke ich, ich schreibe die Bücher, die ich als junge Frau gern gelesen hätte.

    Ihr habt übrigens recht: Renée behandelt Frizi total ungerecht. Ich denke aber, dass wir auch spüren, wie wichtig Fritzi für Renée ist. Renée würde nicht immer wieder an Fritzi denken, von ihr erzählen, wenn sie nicht für sie wichtig wäre. Und im tiefsten Innern, weiss Renée, dass sie Fritzi gegenüber so unfair ist. Und deswegen, jedenfalls so sehe ich das, verzeihen wir dies Renée. Am Ende, denke ich, haben wir das Gefühl, dass Renée und Fritzi wieder “zusammenkommen” werden. I hope so. Renée braucht jetzt eine gute Freundin.

    Kathi, Du findest, ich hätte zu viel ins Buch reingesteckt. Du meinst, vermute ich, zu viele Themen und Erzählstränge (Tod, erste Liebe, Freundschaft, Mutterkonflikt, Juden in Deutschland, deutsche Provinz, Sex, Reise, Trauer). Weißt Du: Es ist meine Absicht komplexe, lebensnahe, realistische Figuren zu zeichnen. Meines Erachtens kann man das nur, in dem man die Figuren in vielen verschiedenen Situationen, in vielen verschiedenen Beziehungen, zeigt. Anders gesagt: Du, Kathi, hast nicht nur eine ganz spezielle und persönliche Beziehung zu Deiner Mutter, sondern auch zu Deinem Vater. Es gibt auch eine Kathi in der Schule, beim Sport, in Deinen eigenen Träumen, etc. Fazit: Du bist die Summe von vielen Jahren und vielen Erfahrungen und vielen Menschen, die Einfluss auf Dich hatten. Wie soll ich das alles in ein Buch stecken? Dich wirklich in Deinem Ganzen wiederzugeben würde 14 Jahre dauern! So suche ich mehrere Erzählsträngen aus, damit der Leser wenigstens das Gefühl hat: hier ist ein echter, komplexer Mensch vor mir, Kathi aus Wien. Vielleicht hilft diese Erklärung, es Dir klarzumachen, warum ich so viel in das Buch reingesteckt habe.

    Das war’s erstmal. Und wie immer: the discussion goes on …

    Absolutely herzlich
    Holly

  23. Melanie sagt:

    Zu meiner Fritzi - Renée Frage:
    Ich glaube, die Situation ist für Fritzi fast genauso schlimm wie für Renée. Renée lässt Fritzi sich schuldig fühlen, für die kaputt gegangene Freundschaft. Klar, dass sie und ihre Familie extra nett sein wollen (z.B. “Geschenke” wie das Tagebuch, häufige E-Mails von Fritzi, oder eine Eintrittskarte). Das alles ist für Renée aber noch zu früh, und sie reagiert wütend.
    Solche ähnlichen Situationen gibt es im Leben manchmal auch, z. B. nach einem Streit. Oft braucht man Zeit, um zu denken und um sich zu fassen, und kann sich nicht gleich wieder versöhnen. Das muss der Andere verstehen und abwarten. Danach kann man wieder vernünftig miteinander reden und Fehler einsehen.
    Ich stimme Holly zu, dass sich Renée am Ende Fritzi wieder nähert und das ist auch extrem gut für beide!

    Was sagt ihr zu der Szene in der Renée ihre Mutter anschreit, dass es ihr lieber gewesen wäre, wenn sie gestorben wäre als ihr Vater?
    Ich finde, es ist echt voll gemein und es hat an dieser Stelle schlimmeren Schmerz verursacht als jedes noch so schrechliche Schimpfwort verursachen hätte können. Jemandem den Tod wünschen und dabei in eine Wunde stechen! Manchmal hat man sich nicht mehr unter Kontrolle und sagt Dinge, die einem später furchtbar leid tun, deren Bedeutung man erst später begreift. Doch es hätte eine Entschuldigung geben MÜSSEN!! In ernst gemeinten Worten: “Mama, was ich gesagt habe ….. “

  24. Lena sagt:

    Zuerst einmal zur Fritzi-Renée-Sache: Ich verstehe Renée da sehr gut, ich glaube, ich würde mich ähnlich verhalten. Es ist ganz normal, dass sie einfach wütend ist, dass es für Fritzis Vater ’so gut’ ausgegangen ist, während ihr Vater sterben musste. Wenn jemand stirbt dann hat man so viele Gefühle auf einmal und man braucht auch verschiedene Menschen, um alle diese Gefühle ausleben zu können. Dass sich die beiden am Ende des Buches in ganz langsamen Schritten wieder näher kommen, finde ich wunderschön und auch sehr realistisch. Wie Holly denke ich, dass Renée ohnehin weiß, dass sie sich unfair gegenüber Fritzi verhält, aber als Leser merken wir bald, dass sie einfach noch ein bisschen Zeit braucht, um sich der Situation zu stellen. Das ist nämlich sicher auch nicht leicht…

    Zu dem Satz will ich folgendes sagen: Auch das nehme ich Renée nicht wirklich übel, weil ich mir nur zu gut vorstellen kann, dass sie diesen Satz nicht sagt, weil sie ihn unbedingt ernst meint, sondern weil sie genau weiß, dass sie ihre Mutter damit am meisten treffen kann. Außerdem hat Renée in der Situation so viele Gefühle gleichzeitig (sie ist wütend, traurig, enttäuscht,…), dass sie sich nicht ’sachlich’ (sofern man das in einem Streit überhaupt kann) äußern kann. Ich denke, ihre Mutter weiß das ganz genau und es muss deshalb auch nicht unbedingt eine Entschuldigung geben. Die Versöhnungsszene am Ende des Buches schließt für mich das alles mit ein und es bedarf dieses Entschuldigungssatzes gar nicht.
    Mögt ihr diese Versöhnungsszene auch so gerne wie ich? Ich finde, die ist einfach wunderbar gelungen.

  25. Holly sagt:

    Oh ja, die Versöhnungsszene. Danke, Lena, dass Du das ansprichst. Interessanterweise habe ich vor gerade einer halben Stunde mit einem Dramaturgen darüber gesprochen. Wir machen uns gerade Gedanken darüber, wie wir aus WIE MAN RICHTIG KÜSST einen Film machen können. Der Dramaturg sieht die Versöhnungsszene zwischen Renée und Edda als den Höhepunkt des für ihn wichtigsten Erzählstrangs des Romans: Renée - Dr. Mom an. Was denkt Ihr darüber? Seht Ihr das auch genauso? Oder sind Renée und Marek wichtiger und die Szene am Ostbahnhof der Höhepunkt? Welcher Plot ist für Euch am Wichtigsten, welcher gibt am meisten her, welcher hat mehr Zündstoff?

  26. Melanie sagt:

    Ja, die Versöhnungsszene ist sehr schön. Ich finde, dass die Szene am Bahnhof gar nicht so ein Höhepunkt ist (eher ein Abbau im Sinne von einem Ende und der Abschied von Marek). Es ist meiner Meinung nach gut, nach diesem Einblick in Renées sehr bewegtes Leben, die Versöhnungsszene von Mutter und Tochter als Höhepunkt zu bringen. Das wäre einmal etwas Anderes, denn bei den meisten Teenie - Storys ist der Höhepunkt DER Kuss mit dem Traumprinzen (das hat eh schon jeder vorhersagen können).
    Zu der Beschimpfung: Natürlich weiß Renées Mutter, dass ihre Tochter das, was sie sagt nicht ernst meint. Trotzdem, dieser Satz war härter als alle anderen Mutter - Tochter Auseinandersetzungen und ich finde, um ihn zu entschuldigen, reicht eine allgemeine Versöhnung am Schluss nicht aus. Warum kommt im Buch keine Entschuldigung vor? Der Streit ist sehr glaubwürdig und realitätsnah - gut gelungen - aber danach einfach vergessen?? Als Renées Mutter könnte ich das nicht.

  27. Tamara sagt:

    Ich muss Lena in dieser Sache Recht geben! In einem Streit sagt man manchmal furchtbare Dinge, die man hinterher bereut. Doch Reneé sagt es aus einer Hilflosigkeit heraus, weil sie nicht mehr weiter weiß und den Tod ihres Vaters nicht wahr haben möchte. Sie weiß genau, dass es das schlimmste ist was sie zu ihrer Mutter sagen kann. Ich denke aber, dass es zwischen Mutter und Tochter keine Worte braucht, um zu wissen wie leid es einem tut.
    Ich denke auch, dass die Versöhnungsszene der Höhepunkt des Buches ist. Sie kann wieder mit ihrer Mutter reden und sich ihr anvertrauen. Gemeinsam können sie über den Schmerz hinweg kommen.

  28. becky sagt:

    Einmal ein großes Hallo an alle, insbesondere an Holly!

    Als ersters will ich mal etwas zum Buch sagen (es ist zwar eh schon fast alles gesagt, aber egal:)).
    Dieses Buch- ein Traum! Es hat genau meinen Geschmack getroffen- realistisch, extrem witzig und einfach genial!!!! Das perfekte Buch, um am Abend nach einem anstrengenden Tag zu entspannen. Ich kann mich eigentlich total gut in Renee ( wie macht man eigentlich diesen Accent am e?) hineinversetzen. Der Mutter-Tochter-Konflikt ist echt gut dargestellt. Aber diese Tagträume von Rebella find ich ein bisschen übertrieben. Oder würdest du dir vorstellen mit irgendeinem älteren Mann schlafen zu wollen? Aber jede wie sie will! Ich finde es ist auch sehr gut dargestellt, wie Renée am Berg wegläuft, da merkt man erst wie verzweifelt sie ist. Über das Ende kann man sich ein bisschen streiten. Ich finde es zwar nicht soooo gut, immerhin knutscht sie ja vorher noch mit dem hässlichen Marek (ihre angebliche große Liebe) und dann geht sie mit diesem Philipp 2 wieder aufs Konzert. Na ja, ich find´s schon irgendwie ein bisschen nuttig, aber egal. Wegen der Frage, ob Renée Fritzi hassen darf - eigentlich nicht. Aber stell dir mal vor, dein Vater stirbt bei diesen Unfall und der Vater deiner Freundin kommt mit ein paar Schrammen davon. Ich glaub schon, dass man sich da fragt, warum das Leben so unfair ist und darum kann ich Renee verstehen.
    An Holly: Ich find es erstmals eine uuuurrrrrr super Idee das Buch zu verfilmen!!!!! Aber nur, wenn die Schauspieler auch richtig gut ausgesucht sind!!!! Ich glaube, dass das Wichtigste die Versöhnung ist, weil den Marek sieht sie ja nie wieder, oder???
    Ich könnte echt noch ssoooooo viele Sachen aufzählen, die mir gut gefallen haben (z.B.: Lipluv, Intimrasur, die Lieder, end of story, thanks but no thanks, Mareks aufgeplusterte Badehose, der Ökoballon, die Mandelmüslieriegeln,……….)
    An Kathi: Ich finde es sind nicht so viele unnötige Sachen ins Buch gesteckt worden.

  29. Holly sagt:

    Ich verstehe nicht, warum Ihr alle denkt, Marek sei “hässlich”. Nur weil Renée das sagt?! Mädchen, Mädchen. Renée ist eine sog. “unreliable narrator”, d.h. “Ich”-Erzähler sehen alles immer nur aus einer Sicht, und zwar aus der eigenen, und die eigene Sicht ist nicht immer “zuverlässig”. Andere Mädchen, Alina oder Fritzi, würden Marek vielleicht attraktiv finden. Die “reiferen” Frauen im Roman beispielsweise, also Dr. Mom, Doc Reintraut und Gabriele Stern-Abzug, sagen Marek sei “süß”.

    Uh-oh … ich sehe schon wieder das Wort “nuttig” im Zusammenhang mit Renée und dem Schluss. Hilfe! Ist das ein Wort, das man in Wien öfters verwendet? :-)

    Ich gebe zu: der Schluss mit Philipp ist ein bißchen hart. Wir wollen am liebsten, dass Renée und Marek ein Happy-End haben, zumindest, dass ihre Geschichte ein bißchen Open-End bleibt. Und dann kommt Philipp und macht diesen Traum kaputt, bzw. Renée sieht ihn, denkt kurz wehmütig an Marek, und lässt sich dann auf P2 ein. Als ich das Buch schrieb, fand ich diesen Schluss realistisch. Jetzt, nachdem ich merke, dass Ihr Probleme damit habt, frage ich mich, ob ich für den Film die Fummelei mit Philipp am Schluss lassen sollte. Was denkt ihr dazu?

  30. Lea sagt:

    Hallo Holly!

    Also ich fände es nicht soooo gut, wenn du für den Film den Schluss verändern würdest. Dann stimmt der Film ja nicht mehr mit dem Buch überein, und das fände ich schade, weil mich das bei anderen Filmen, die von Büchern abstammen, auch immer stört, wenn einfach wichtige Details aus dem Buch übergangen werden.
    Aber ich freue mich trotzdem schon TOTAL auf die Verfilmung und bin sehr gespannt, was daraus wird!
    P.S. Wegen Marek - na ja, so wie Renée ihn in dem Buch beschreibt, hat man ja eigentlich keine andere Wahl, als ihn sich hässlich vorzustellen, oder? ;-) Und wir haben ja auch keinen Vergleich von anderen Personen, die ihn vielleicht fesch finden würden (abgesehen von Dr. Mom etc, aber ich würde mich auf ein “süß” von meiner Mutter nicht so sehr verlassen …. :-) )

  31. Tamara sagt:

    Ich muss Beckys Meinung heftig widersprechen! Zwar war ich mit dem Ende nicht total zufrieden, aber dennoch kann ich Reneé gut verstehen. Marek zeigte ihr wie man richtig KÜSST. Es war eine wunderbare Ferienbeziehung. Jetzt da sie wieder zu Hause ist, muss sie der Realität ins Auge sehen und die sieht nun mal nicht aus wie Marek. Soll sie Philipp für Marek ignorieren, nur damit sie nicht als “nuttig” da steht?
    Ich finde überhaupt das dieses Wort überhaupt nicht passt. In Reneés Alter probiert man gerne neue Dinge aus. Deshalb ist sie doch nicht gleich nuttig! Außerdem geht sie mit ihm ja nur ins Konzert.
    Ich würde mich ebenfalls nicht auf die Meinung meiner Mutter verlassen, wenn es um Jungs geht. Nach Reneés Beschreibungen, würde ich aber trotzdem sagen das er (der Spargeltarzan) total hässlich ist. Nett ist er ja trotzdem :) .

  32. Lena sagt:

    Ich glaube nicht, dass Marek hässlich ist. Ich nehme einfach an, dass er vieles unvorteilhaft löst, weil er sich damit einerseits nicht wirklich auskennt und ihm das wahrscheinlich einfach auch nicht wichtig ist. Außerdem glaube ich nicht, dass man sich in jemanden wirklich verlieben kann, den man hässlich findet (geschweige denn dem dann auf diese Art und Weise nahe sein).
    Davon dass die Erwachsenen ihn süß finden, halte ich aber auch nichts, weil ich das Gefühl habe, die finden ihn halt süß, weil er ein ‘kleiner Erwchsener’ ist und das find ich eigentlich kein so tolles Kompliment.

    Zum Film: Ich finde, dass die Geschichte mit Dr. Mom auf jeden Fall der wichtigere Erzählstrang ist und deshalb auch die Versöhnungsszene der Höhepunkt im Film sein sollte. Eigentlich geht es ja um die Weiterentwicklung von Renée durch verschiedene Menschen und die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist noch beständiger und auch wichtiger zu klären als die Mareksache. Außerdem finde ich es gut, wenn einmal in einem Film die Liebesgeschichte nicht als das Wichtigste hingestellt wird, das geht mir in letzter Zeit bei diversen Filmen nämlich schon auf die Nerven. Ich finde, es sollte die Lockerheit mit und in diesem Thema, die im Buch so wunderbar rüberkommt, auch im Film präsent sein. Daher würde ich auch die Konzertszene nicht streichen, ich habe da überhaupt keine Probleme damit.
    Wahrscheinlich dauert es noch ewig bis dieser Film dann endgültig raußkommt, aber ich beginne mich schon jetzt zu freuen (unter anderem auch, weil wir jetzt auf eine ganz kleine Weise auch Anteil am Film haben und das ist spannend)!

  33. Holly sagt:

    Ja, Lea, da hast Du recht, Ihr solltet Euch nicht auf ein “süß” von einer Mutter, bzw. von einer erwachsenen Frau verlassen. Und natürlich auch umgekehrt. …

    Und, ja, Tamara, da hast Du auch recht: Renée geht nur mit Philipp ins Konzert. Nicht gleich ins Bett. …

    Lena, ich hoffe, es gibt viele junge Leute wie Dich, die nicht unbedingt schon wieder eine Love Story im Mittelpunkt eines Films sehen wollen, sondern auch was anderes, wie z. B. ein 15-jähriges Mädchen mit dem Trauern umgeht. (Haben wir nicht alle Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren?) Ich werde mein bestes tun dies so leicht und locker wie möglich zu schreiben. … Leider dauert es tatsächlich ewig bis so ein Film geschrieben, finanziert, gedreht, und dann rausgebracht wird. Wenn alles gutgeht — und es ist realistischer, dass etwas schiefgeht — wird der Film allerfrühstens in drei Jahren, also 2010, zu sehen sein. Tja.

    Welche Szenen findet Ihr unbedingt wichtig, um die Figur “Renée” mit all ihren Facetten richtig wiederzugeben? Habt Ihr Lieblingsszenen? Und warum? Was vermitteln sie?

  34. Tamara sagt:

    Liebe Holly!
    Ich habe viele Lieblingsszenen in diesem Buch!
    Besonders gut hat mir die Szene gefallen in der Renée Marek das Schwimmen beibringt. Die aufgeplusterte Hose und die hektischen Bewegungen kann ich mir sehr gut vorstellen.
    Außerdem hat mir die Szene gefallen in der sie sich die Ohren pearcen lässt!
    Natürlich gab es auch berührende Szenen, z.B. als sie den Tachometer an die Wand wirft, die finde ich sehr wichtig.
    Bei so einem guten Buch ist es wirklich schwierig, eine Lieblingsszene auszuwählen. Deswegen kann ich hier nicht alle aufzählen

  35. Mirjam sagt:

    Nun will ich mich auch wider zu Wort melden, leider ging’s nicht früher. Also zuerst auch mein Protest: Marek ist nicht häßlich! Nur bläßlich! Und ich finde es total unfair ihn als häßlich abzustempeln, nur weil seine Badehose (herrliches Bild!) aufgeblasen ist und er eben bleich und unsportlich und nicht auf Aufriss aus ist. Zieht ihm eine schnittige Badeahose an, läßt ihn raus in die frische Luft und ein bisschen Sport betreiben und einfach leicht sein, dann hat sich das Bild schon geändert. Lasst die beiden die Outfits tauschen. Was bleibt dem P2 dann noch? Was hat er dann noch zu bieten? Als Sexkandidat wird er sich etwas schwerer tun, aber vielleicht verhält er sich auch nur so, weil die Mädchen das von ihm erwarten. Und was den blassen Knaben angeht, so sehen alle aus, die in geschlossenen Räumen täglich viele Stunden üben, Musik lieben und sich erarbeiten, und auch Wettbewerben stellen sollen. All das kostet viel Geld, das nicht immer vorhanden ist, da gilt es auf vieles verzichten. Ich habe etliche Preisausscheidungen, bzw. Preisträgerkonzerte besucht und hatte immer Mitleide mit ihnen. Sie waren technisch gut, hatten aber vom Leben keine Ahnung. Und gerade die Gegenüberstellung der beiden Jungs macht ja auch den Reiz oder die Provokation aus.
    Der eine ist gut im Sport (auch anderes ist Sport für ihn) und bringt seinen trainierten und gebräunten Körper ins Spiel (beachtet die Wörter: Sport und Spiel), der andere spielt Musik aber nicht mit Gefühlen.

    Was ist schön? Was ist hässlich? Das sollte zuerst geklärt werden und ist sehr subjektiv. G’tt lob! Die Wörter unvorteilhaft oder gut präsentiert am Markt … kämen da schon besser hin. Wir sind halt sehr an der Verpackung orientiert, siehe Cover. Zum Glück lassen sich Gefühle davon nicht beeindrucken. Und es ist ganz wunderbar, dass sowohl Sex, Schwärmen und Verlieben in dem Buch zu finden sind.

    Holly, das Wort “nuttig” ist ein deutsches Wort und in Österreich eigentlich nicht gebräuchlich. Hier wird eher das Wort “Flitscherl” gebraucht. Und eine Nutte ist hier eine Hure. Aber nuttig ist im Moment “in”, wahrscheinlich vom Fernsehen (da ich nicht fernsehe, höre ich es nur in den Diskussionsgruppen und eben in Deutschland). Das ist ein Import wie “pommes” (in Deutschland gesprochen wie geschrieben) anstatt pommes frittes, wie es in Österreich gebräuchlich war.

    Ich will euch auch an dieser Stelle sagen, dass ich mich sehr über eure Kommentare freue, alles mit grossem Genuss lese, und schon neugierig bin auf die nächsten. Holly, dass Sie mitmachen, belebt die Diskussion natürlich ungemein und ist bereichernd für alle.

  36. Lea sagt:

    Hallo alle zusammen!

    An Holly: Ich finde es ganz ganz ganz wichtig, dass bei der Verfilmung des Buches das BUCH nicht übersehen wird. Damit meine ich, dass der Film den gleichen Inhalt haben sollte, möglichst den gleichen Humor, dasselbe ‘Feeling’. Denn z.B. bei “Someone like you” von Sarah Dessen, ein wirklich tolles Buch wie ich finde, ist die Verfilmung grauenvoll geworden. Ich hab den Film “How to Deal” zwar nicht gesehen, aber ich hab mir den Trailer und diverse Internetseiten angeschaut - der wahre Hintergrund des Buches und das, was es ausmacht, ist in dieser Verfilmung verloren gegangen, und alles ist in eine kitschige Teenie-story abgerutscht.
    Ich hoffe sooooo sehr, dass das bei “Wie man richtig küsst” nicht auch passiert - denn dazu ist das Buch wirklich zu einmalig gut!!!!!

  37. Holly sagt:

    Lea, Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr Du mir aus dem Herzen sprichst! Als Romanautorin möchte ich natürlich, dass der Film zum Buch „den gleichen Inhalt hat, den gleichen Humor, dasselbe Feeling.“ Na, klar! Und ich ärgere mich genauso wie Du, wenn ich sehe, dass wunderbare Bücher, die ich gern lese und die mir viel bedeuten, oberflächlich, daneben und/oder lieblos inszeniert werden. Manchmal hängt das damit zusammen, dass das Drehbuch keine gute Adaptierung war. Oder das Drehbuch ist gut, nur hat die Regie versagt, sei es durch Tempo, Schnitt, oder-was-weiss-ich. Vielleicht war die Regie vollkommen okay aber die Schauspieler falsch besetzt. Naja. Es kann so viel schiefgehen.

    Also: als Romanautorin möchte ich natürlich meine Geschichte auf der Leinwand sehen. Inzwischen weiß ich aber als Drehbuchautorin, dass das nur bedingt möglich ist. Wie soll man 300 Romanseiten in 95 Minuten packen? Das ist fast unmöglich. Das sind bloß 95 Drehbuchseiten. Vom Original muss irgendwas raus. Genauer gesagt: zwei Drittel muss raus! Fazit: Nur ein Skelett bleibt zurück, ein Skelett, das mit den allerwichtigsten Handlungen und Szenen und Dialogen Fleisch und Blut bekommt.

    Ich werde mein Bestes geben, das könnt Ihr mir glauben, damit WIE MAN RICHTIG KÜSST nicht in eine „kitschige Teenie-Story abrutschst“. Es wird zwar ein Film für Jugendliche sein — aber nicht nur, hoffe ich. Ich sage immer, es ist ein Film für „erwachsene Mädchen und ihre pubertierenden Mütter“. Nur: wenn das Drehbuch abgegeben ist, gehört die Geschichte nicht mehr mir allein. Dutzende von anderen Menschen arbeiten auch dran. Wenn alles gut geht, kann der Film wunderbar werden. Let’s keep our fingers crossed.

    Übrigens: ich denke, wir können mit dieser Diskussion jetzt langsam Schluß machen, oder? Ich meine, 37 Kommentare für eine Diskussion sind ein tolles Ergebnis, eine Diskussion übrigens, die für mich irre spannend war. Ich habe Kollegen und Freunden von Euch erzählt und einige haben das Blog mit Interesse verfolgt. Zum Beispiel waren der Produzent und der Dramaturg vom WIE MAN RICHTIG KÜSST-Film von Euch sehr beeindruckt!

    In diesem Sinne, lest weiter, diskutiert weiter, und zeigt dem Web wie man richtig bloggt!

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