Das Heldenprojekt

Christian Linker, Das Heldenprojekt.
dtv 2005, 251 S, € 7,80, ISBN 3-423-782o7-2

Magnus, Sebi, Pia, Ebru, T-Bone und Tom sind ‘das Projekt’ - eine Gruppe Jugendlicher, die sich trifft, um sich selbstgeschriebene Gedichte vorzulesen. Als Marie dazukommt, fangen sie an, nachts Wahlplakate einer rechtsradikalen Partei mit Magnus’ Gedichten zu überkleben. Die Aktion ist ein voller Erfolg und die Mitglieder des ‘Projekts’ werden als Helden gefeiert. Auch die Presse zeigt sich interessiert und Lehrer, die früher nicht mit Sebi und den anderen umgehen konnten, sind begeistert.
Allerdings bekommt ‘das Prokejt’ nicht nur positive Rückmeldungen - die Mitglieder erhalten immer wieder Drohbriefe und anonyme Anrufe, die sie allerdings nicht ernst nehmen.
Um Geld für ihre nächste Veranstaltung zu sammeln, organisieren sie eine Party, doch diese gerät außer Kontrolle und ein paar Tage später wird ein Mitglied der Gruppe (Sebi) getötet. (Lilly Manon Maier)

Und weiter schreibst du, Lilly, in deiner Rezension: “Vor allem mit dem Thema von ‘Heldenprojekt’ kann ich mich super identifizieren: Jugendliche, die etwas verändern wollen, weil sie der Meinung sind, dass endlich einmal etwas passieren muss.”

    Habt ihr auch schon das Gefühl gehabt, etwas ver-ändern zu wollen, etwas in Gang bringen zu wollen, egal wie, hauptsache, dass was passiert?
    Und wie ist es euch dabei gegangen? Habt ihr es versucht? Ist es euch gelungen? Wie habt ihr euch gefühlt? Heldenhaft?

So eine Aktion nimmt meist eine Eigendynamik an mit der nicht gerechnet wird und niemand weiss, wie sie ausgeht. Sowohl die Aktion selbst als auch in der Gruppe.

    Ist es das Risiko wert?
    Wie steht ihr dazu und wie würdet ihr euch verhalten?
    Wie ist es euch bei der Lektüre mit dem Buch “Das Heldenprojekt” gegangen?
    Wie findet ihr die einzelnen Charaktere?
    Könnt ihr euch mit einer, einem davon identifizieren?

Auf eure Stellungnahmen sind wir sehr gespannt.

47 Antworten auf “Das Heldenprojekt”

  1. becky sagt:

    Da ja irgendwer den Anfang machen muss, fange ich jetzt mal an.
    Mir gefällt das Buch eigentlich nicht so gut. Ich hörte von der anderen Gruppe wie toll es doch sei und fing mit großen Erwartungen an zu lesen. Als ich es fertig gelesen hatte war ich wirklich enttäuscht. War es das schon? Das muss doch besser sein. Also beschloss ich es nach einer Weile noch mal zu lesen, und hoffte das es mir nun besser gefallen würde. Leider nein. Ich bin zu dem festen Entschluss gekommen, dass mir das Buch nicht besonders gut gefällt und es mich nicht mitreißt. Eigentlich schade, dabei geht es um ein wirklich wichtiges Thema.”Es soll mal etwas passieren!” Diesen Satz finde ich sehr treffend. ich glaube nämlich, dass viele Leute in unserer Gesellschaft das auch denken. Dass man eigentlich nur mal etwas “Sinnvolles” unternehmen will und eigentlich nicht genau weiß was. Aber das war’s schon mit den guten Sachen. Ich finde nämlich das ganze Buch zieht sich ewig dahin (obwohl die Geschichte wirklich sehr kurz ist), wie ein Kaugummi. Es ist einfach nicht interessant geschrieben. Also, ich denke mir nicht: Wow ist das cool, ich will da auch mitmachen! Es gibt keine tolle Stimmung, die Freundschaften werden nicht gut rübergebracht. Das Beste an dem Buch finde ich ist, dass der Sebi stirbt (das ist echt so und ist keine Racheaktion gegen das Buch!). Da passiert nämlich mal etwas in dem Buch!!!! Außerdem wird die Beziehug von Magnus und Marie nicht gut rübergebracht.
    Da ich jetzt den Anfang gemacht habe,hoffe ich dass viele Kommentare kommen. Also loss ich bin schon gespannt auf eure Meinung. Bis bald,Becky

  2. Lilly sagt:

    Ich finde Heldenprojekt ein tolles Buch. Eben weil es darum geht, dass “endlich mal was passiert”. Nicht nur das Projekt ist dieser Meinung, auch Arno schließt sich ja dieser rechten Partei an, weil er denkt es müsse endlich mal etwas passieren.

    Auf jeden Fall müsst ihr dieses Buch LESEN!

    P.S.: Wer glaubt ihr ist auf dem Cover, Sebi und wer? Magnus?

  3. Lilly sagt:

    Liebe Becky!

    Ich bin überhaupt nicht deiner Meinung. FÜr mich war das Buch viel zu schnell zu Ende und ich hätte locker noch min. 100 Seiten mehr vertragen. WO findest du denn, dass es sich zieht?

    Das Sebi stirbt finde ich aber auch gut. Nicht weil ich Sebi nicht mag (ich mag ihn sehr) sondern, weil es ur gut zum Buch/zur Stimmung im Buch passt. Auch dass Magnus und Marie beim Begräbniss zusammenkommen klingt jetzt vielleicht schlimm, passt aber ur gut zum Buch.

    Wie findest du das Cover?

    Lg
    LIlly

  4. alina sagt:

    Auch mir hat das Buch gut gefallen. Ich finde das Thema interressant und auch der Schreibstil gefällt mir. Denn es ist ein Teenie-Buch und es ist eben aus der Sicht eines 16- Jährigen geschrieben.
    Ich finde nicht, dass sich das Buch zieht. Es hat genau die richtige Länge!!! Das Ende war passend, auch wenn der Ort blöd war (ihr wisst, was ich meine ;-) ).

    Meine Lieblingsrolle war Magnus (Am Cover übrigens LINKS zu sehen!!!!!) aber auch Arno Arschloch hat mir gefallen, weil er sehr viel Mut hat und auch was verändern will.

  5. Tamara sagt:

    Also ich muss mich voll und ganz der Becky anschließen.
    Das Thema ist enorm wichtig und deshalb finde ich es schade, dass es (meiner Meinung nach) so langweilig rübergebracht wurde.
    Die Beziehungen untereinander kommen nicht besonders intensiv hervor und genau das finde ich besonders schlecht. Außerdem kann man sich nicht besonders gut in die Personen hineinversetzen.
    Der Hauptgedanke in diesem Buch ist ja: Es soll endlich mal was passieren! - Doch mit dem Buch passiert nichts.
    Was ich damit sagen will ist, dass dieses Buch nichts auslöst, oder etwas ins Rollen bringt.

    An Lilly: wenn ich noch 100 Seiten mehr hätte lesen müssen wäre ich fast eingeschlafen!
    Ich glaube, dass der mit den kurzen Haaren (auch wenn er keine Brille hat) Magnus ist.

    Lg Tami

  6. Lena sagt:

    Also zuerst einmal ganz allgemein:

    Ich war von dem Buch positiv überrascht. Einerseits, weil es nach wenig klingt, weil es ein bisschen ‘unseriös’ ausschaut, so vom Cover her und andrerseits, weil im Buch wirklich eine Entwicklung stattfindet. Das hat mir sehr gefallen.
    Anfangs dachte ich, dass die Leute im Buch alle Stereotypen sind, aber auch wenn das so ist, entwickeln sich trotzdem alle, treten in Beziehung zueinander, lernen voneinander und können auch streiten. Das fand ich sehr gut, denke aber, dass man da durchaus noch einiges hätte ausbauen können - die Charaktere mehr ausführen, die Beziehungen besser beschreiben (siehe auch Becky). Das hätte durchaus auch der Länge des Buches gut getan.

    Ich hätte nämlich, auch wie Lilly, gerne noch mehr gelesen.
    Es wär auch schön gewesen, mehr zu lesen, wie es ihnen allen mit der Eigendynamik des Projekts geht und wie und warum sich dann konkrete Meinungen bilden.

    Was mir gefallen hat, war der klare Bezug zur Realität. Ich denke, dass sowas durchaus so passieren kann und ich finde es gut, dass man durch das Buch einerseits darin bestärkt wird, ‘was zu tun,’ andrerseits wird aufgezeigt was passieren kann.
    Trotzdem fehlt mir die ganze Zeit über ein bisschen so eine ‘klare Stellungnahme’ der Jugendlichen wogegen sie eigentlich sind, ich finde es ein bisschen zu wenig, einfach ‘dagegen’ zu sein. Es hätte dem Buch gut getan, auch ein paar meinungsbildende Diskussionen mit verschiedenen Standpunkten drinzuhaben, damit auch der Leser zu (mehr) Denken angeregt wird.

    Insgesamt finde ich die Idee also gut, an der Umsetzung hätte noch gefeilt werden können.

  7. becky sagt:

    Also erstens mal: das Cover ist schrecklich!!!
    Egal welcher wer ist (erinnert euch an unsere endlosen Diskussionen darüber), ich finde es überhaupt nicht passend. Dann muss ich mich mal an Tami anschließen - 100 Seiten mehr-gähn,schnarch!!! Wie schon Lena und Tami erwähnt haben, finde ich es auch irgendwie komisch, dass eigentlich keine klare Stellungsnahme von den Jugendlichen kommt, wogegen sie eigentlich sind.

    Und Lilly: Sebi ist deine Lieblingsperson????? Ich dachte ich habe mich verlesen!!! Der ist doch uuuurrrr unsympathisch!! Ich sage nur: “gut, dass es nicht Preisbuch geworden ist!”. (Sorry, Lilly!)
    lg Becky

    P.S: Sind die Personen aus dem Buch für euch Vorbilder, nur weil sie etwas bewegen?

  8. Lilly sagt:

    An Lena: du sagst, dass dir eine klare Stellungsnahme fehlt, wogegen die eigentlich sind. aber ist es nicht so, dass sie das erst im Laufe des Buches lernen?
    Schon ziemlich am Ende, als sie sich im Fernsehen die Wahlergebnisse anschauen, sagt ja auch eine/r der Jugendlichen (ich weiß nicht mehr genau wer): “wir haben ja die ganze Zeit nur gegen etwas gearbeitet, nie für etwas” - das ist ja dann auch der Moment, wo sie beschließen, dass man das ändern sollte.

    ich finde also nicht, dass diese klare stellungsname fehlt

    lg
    lilly

  9. Lea sagt:

    Hallo alle zusammen! Wow, voll die heftige Diskussion über “Heldenprojekt”! Ich schließe mich mit meiner Meinung eher Becky und Tami an, da ich das Buch einerseits manchmal ziemlich witzig und interessant, aber größtenteils etwas langweilig gefunden habe. Ich mag Sebi auch üüüberhaupt nicht!!!!
    Das Cover finde ich ebenfalls schrecklich, weil es einfach überhaupt nichts aussagt und keine Stimmung rüberbringt. Ich glaube auch, dass der Typ links mit den schwarzen, kurzen Haaren Magnus darstellen soll, weil in dem Buch steht einmal, das Magnus sich die Haare aufstellt, und wenn der Typ auf dem Cover mit den LANGEN Haaren das versuchen würde ……… :-)

    Insgesamt finde ich, dass man aus dem Buch mehr hätte herausholen können.

    lg Lea

  10. Tamara sagt:

    Das Cover ist wirklich abstoßend, aber es ist ja allseits bekannt, dass man besser keine Fotos aufs Cover gibt. Der Hintergrund passt zwar ganz gut zum Buch und zur Stimmung, aber die Personen (Magnus, Sebi und Marie) sehen eher aus wie die drei Musketiere. Also ich hätte das Buch (vom Cover her) nicht freiwillig genommen.
    Ich finde es nicht richtig, dass man nur, weil einem fad ist und mal endlich “was passieren soll” provozierende Plakate aufhängt. Wenn man sich für etwas einsetzt, sollte man dazu stehen und es begründen können, und nicht einfach aus Spaß gegen etwas sein.

    An Becky: Mir ist klar, dass diese Frage nicht an mich gerichtet ist, aber ich muss trotzdem antworten :) !
    Diese Personen als Vorbild zu nehmen finde ich nicht gut, weil Magnus (gleich am Anfang) alles an die Presse ausplaudert. Als ich das gelesen habe, dachte ich mir nur: wie kann man nur so blöd sein?! Diese Meinung habe ich das ganze Buch lang behalten. Mir ist schon klar, dass das noch pubertäre Teenager sind, aber ich finde trotzdem, dass man die Sache nicht so anfangen sollte. Man sieht ja, dass es auch schlechte Seiten hat (so mancher musste dafür sein Leben lassen), wenn man sich jemandem in den Weg stellt. Der Gedanke dahinter ist bewundernswert, auch mutig, aber dennoch sollte man sich über sein Ziel im Klaren sein und nicht einfach drauf los stürmen.

    Wie denkt ihr darüber? Würdet ihr das gleiche wie Sebi, Magnus und Marie machen?

  11. Christian sagt:

    Hi @ alle,

    Mirjam Morad hat mir gemailt und von dem Blog erzählt und es ist klar, dass ich Lust habe, mitzumischen. Eure bisherige Diskussion erinnert mich an viele Diskussionen mit mir selbst, während ich das HeldenProjekt geschrieben habe, aber auch an Diskussionen mit meiner Lektorin, mit LeserInnen und KritikerInnen.
    Als erstes: Jep, zum Cover gibt’s nicht viel zu sagen. Außer: ich hab selber keine Ahnung, wer wer ist.

    Am meisten beschäftigt mich, Lena, was du sagst, dass dir eine “Stellungnahme” der Leute fehlt. Das ist ein bisschen das Hauptthema in allen Debatten, die ich bis jetzt geführt habe, nämlich: Wie politisch sind die Leute in dem Buch? Oder anders gesagt: Wie politisch dürfen Magnus, Sebi, Marie und die anderen überhaupt sein, um noch glaubwürdig rüber zu kommen? Manche Menschen sagen mir, sie fänden, es sei eine Stärke des Buches, dass das politische Engagement eher so im Spielerischen verhaftet bleibt und der Anspruch “Es muss mal was passieren” (zumindest erstmal) nicht aus politischer Betroffenheit, sondern eher aus Langeweile geprägt wird (außer von Marie vielleicht). Andere Menschen wiederum finden selbst das zu viel, also sie finden, dass die Leute zu idealistisch geschildert werden, weil sich doch “echte Jugendliche” überhaupt nicht für politische Zusammenhänge interessieren würden. Ich persönlich habe allerdings ein optimistischeres Bild von dieser Generation - wie seht ihr das?

    @ Tamara: ich muss Magnus doch ein bisschen in Schutz nehmen, wegen der Sache mit der Presse. Ich persönlich finde es echt nicht einfach, im Umgang mit professionellen Journalisten immer nur genau das zu sagen, was man sich vorher überlegt hat. Und außerdem ist es halt manchmal so, dass man nicht immer die Waage zwischen Vernunft und Eitelkeit halten kann. Eine kleine (oder doch eher große?) Schwäche von Magnus, die ich von mir selber kenne, und wo ich in Magnus’ Alter mich manchmal ähnlich deppert angestellt habe. (Okay… heute vielleicht auch noch manchmal.)

  12. Lilly sagt:

    @ christian
    als erstes wollte ich nur mal sagen, dass ich es super finde, dass du dich hier im blog rumtreibst und dann wollte ich nur mal fragen, wie du überhaupt auf die idee für heldenprojekt gekommen bist?
    und zum schluß muss ich noch das cover verteidigen: ich finds super!!!

    @ tamara
    liebe tamara, wenn magnus für dich nicht in frage kommt, was muss man denn für dich haben um ein “vorbild” zu sein? (nicht dass ich magnus so toll finde, sebi ist viel cooler - nur mal allgemein)

    lg lilly

  13. Lea sagt:

    also, erst mal an christian: ich finds auch total cool, dass du dich an unserer diskussion beteiligst, und ich schließe mich Lilly an: erzähl uns doch noch ein bisschen darüber, wie du auf die idee von “heldenprojekt” gekommen bist, was du dir während des schreibens noch so gedacht hast etc.

    dann will ich noch sagen, an lilly: WAS genau findest du am cover “super”???
    und ich muss nochmal sagen wie unglaublich unsympathisch ich den sebi finde - da mag ich noch magnus lieber!!

    liebe grüße, lea

  14. Christian sagt:

    wie ich auf die Idee kam:
    Als ich 16 war, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, kamen bei uns erstmals seit den sechziger Jahren wieder rechtsradikale Parteien auf. Und es gehörte für uns zum guten Ton, dass wir, wenn wir abends unterwegs waren, z.B. von einer Party nach Hause oder so, diese Wahlplakate demoliert haben. Anschließend haben wir uns immer gesagt “Mann, voll destruktiv. Können wir nicht mal was witziges machen?” Einer von uns hat sogar mal ein Plakat entworfen. Aber weiter sind wir nie gekommen. Da ist das Schreiben eine schöne Möglichkeit, mal in der Fantasie auszuprobieren: Was wäre vielleicht passiert, wenn wir mal was gemacht hätten…?

    zum Cover:
    Ich schätze mal, als Autor ist man immer ein bisschen ernüchtert, wenn man zum ersten Mal das Cover sieht, weil man sich ja ganz bestimmte Sachen vorstellt, aber die Layouter stellen sich eben ganz andere Sachen vor, wenn sie das Buch gelesen haben, das ist dann eben so ;-)

    zu Sebi:
    ich persönlich finde ihn eigentlich ganz nett, wenn er nicht manchmal so bescheuert wäre. Er ist eigentlich völlig frei erfunden, meine ich jedenfalls, aber kurz nachdem das Buch raus war, bekam ich eine ziemlich böse sms von meinem besten Freund, der sich beschwerte, dass ich erstens ohne ihn zu fragen unsere Jugenderlebnisse aufschreibe und ihn zweitens auch noch sterben lasse. Vermutlich kann ich beim Schreiben nicht immer sauber zwischen Fiktion und Realität trennen …

  15. Lilly sagt:

    ich finde, das cover passt gur zur stimmung des buches

  16. Lea sagt:

    an lilly: aber ich finds total blöd, dass die figuren auf dem cover so wahllos ausgesucht worden sind und überhaupt nichts mit den personen im buch zu tun haben! stört dich das nicht auch?

    an christian: deinen satz: “ich persönlich finde sebi eigentlich ganz nett, wenn er nicht manchmal so bescheuert wäre” finde ich ziemlich passend! ;-)

    Hast du eigentlich bei den Personen deines Buches (vor allem bei den drei Hauptfiguren Magnus, Sebi und Marie) lange überlegen müssen, ich meine, welchen Charakter sie haben, welche Rolle sie spielen etc….
    Und welche Person findest du, ist dir am besten gelungen und/oder welche magst du am liebsten?

    liebe grüße lea

  17. Mirjam sagt:

    jetzt will ich mich auch einmal melden. erstens komme ich schon gar nicht mehr mit dem moderieren nach, wo ich doch noch soooo viel zu tun habe, bevor ich abdüse, aber es macht total spass und ich bin schon immer neugierig auf jeden neuen kommentar. ich freue mich darüber und muss euch wieder loben.

    und zweitens will ich eurer cover-diskussion ein ende setzen, denn die hängt mir schon zum hals heraus. wie lange ärgert ihr euch denn schon darüber?!!
    jetzt habe ich einmal nachgeschaut, wer für die cover-gestaltung verantwortlich ist. und ihr solltet das auch tun. auf unserer website nach den bestenlisten folgen die cover-flops der 15-18jährigen
    * Jorge Schmidt und Tabea Dietrich, Covergestaltung. Auf einem schmalen Grat, dtv 2005
    * Jorge Schmidt und Tabea Dietrich,Covergestaltung. Lucas, dtv 2005
    und wer hat das cover für “das heldenprojekt” gestaltet?! eben! Jorge Schmidt und Tabea Dietrich. kein weiterer kommentar

  18. Christian sagt:

    @ Lea: Ehrlich gesagt, ich überlege nie lange, wie ich mir die Personen in einer Geschichte vorstelle. Sie entwickeln immer ein interessantes Eigenleben, wobei ich oft selber überrascht bin, was so aus denen wird. Ich weiß, ich weiß, das klingt jetzt abgedreht, als wär ich entweder nicht ganz dicht oder wollte ich ein bisschen auf mysteriös machen - aber es ist tatsächlich so. Am Anfang ist da ein Schatten, eine Kontur von einer Person, und beim Schreiben kommen laufend neue Einfälle, viel Unbewusstes, spontane Assoziationen, die vorher nicht abzusehen waren, und so entwickelt sich eben ein Charakter. Eine Lieblingsfigur habe ich nicht. Natürlich identifiziere ich mich immer sehr stark mit einem Ich-Erzähler, das bleibt wohl nicht aus. Es hat mir aber auch sehr weh getan, als Sebi starb (obwohl ich es mir ja selber ausgedacht hatte - ich habe aber nicht geweint, nur fast, weil ich, um die Beerdigungsszene besser schreiben zu können, dauernd so traurige Cello-Dinger von Apocalyptica gehört habe…).

    Aber eine (etwas unverschämte) Frage habe ich an euch (oder nee, eigentlich zwei).
    1.) Denkt eigentlich wirklich jemand von euch, dass Figuren in Büchern Vorbilder sein sollten? Wenn ja, warum?
    und 2.) Gibt’s hier keine Jungs?

    Ich geh jetzt schlafen, gute Nacht zzzzzzzz.

  19. Lea sagt:

    @ Christian: Ich finde nicht, dass deine Erklärung wegen der Personen in Büchern abgedreht klingt - früher hätte ich vielleicht gedacht: “Na klar, und dann springen die Typen aus der Geschichte heraus und werden Wirklichkeit…..”
    Aber jetzt geht es mir genauso. Wenn ich schreibe, habe ich ganz bestimmte Vorstellungen von den Leuten, um die es in der Geschichte geht. Aber mit der Zeit, und wenn ich mir die Texte mal wieder von vorne durchlese, denke ich plötzlich “Hey, so sollte das doch gar nicht werden!”
    Die Figuren haben ein völlig eigenes Leben entwickelt, ihren Charakter und ihre Eigenschaften selbst bestimmt, und das ist gut so, weil die Geschichte dadurch noch viel besser wird, als ich es mir vorgestellt habe.

    Zu deinen Fragen:
    1) Also ich persönlich denke eigentlich nicht darüber nach, ob ich mir die Personen beim Lesen von Büchern als Vorbild nehme. Natürlich, in vielen Büchern bewundere ich die Handlungen, oder den Mut mancher Personen, oder lache bzw. weine über das, was sie tun. Aber (ich meine, in Fantasy-Büchern geht das sowieso nicht) ich würde eigentlich nicht die Handlungen von Menschen in Büchern nach”eifern”, nur weil …….. hmmm, das ist schwer zu erklären, z.B. bei “Heldenprojekt”: da fand ich es auch gut, was sie machten (siehe “es muss endlich was passieren”), aber ich würde nicht sofort aufspringen und das gleiche tun.
    Aber ich denke, jeder interpretiert das Wort “Vorbild” anders, und für mich reicht es manchmal schon, jemanden aus einem Buch zu bewundern, und das ist ja gerade das gute an Büchern - dass es in ihnen Leute gibt, die man bewundern kann. (Natürlich gibt es solche Leute auch im echten Leben ……….. na toll, jetzt habe ich mich wieder in Erklärungen verstrickt…)

    Zu 2) Neee, also mit einer großen Anzahl an Jungs können wir wirklich nicht dienen, aber einen gibt es trotzdem: Florian!!! Vielleicht lässt er sich ja auch mal hier im Blog blicken, ihm hat Heldenpojekt nämlich auch ziemlich gut gefallen, so weit ich das in Erinnerung habe.

    Also dann tschüß, diskutiert noch schön weiter!!

    lg lea

  20. Lilly sagt:

    @ mirjam: das cover von lucas ist doch auch schön :-)

    @ christian: frage 1): ich finde auch nicht, dass personen in büchern vorbilder sein müssen, aber manchmal werden sie es halt ganz unbeabsichtigt

    und zu frage 2): unser einziger junge (florian) hat im moment leider einen kaputten computer, aber er hat mir versprochen sobald er wieder geht, als erstes hier reinzuschauen

    und eine frage hätte ich noch an dich: wie würdest du selber es eigentlich finden, wenn jemand den tod deinses besten freundes vermarket?

    und @ lea: ich find die personen passen schon, aber hätte man sich mehr mühe gegeben. müssten wir uns nicht streiten wer, wer ist. da hast du schon recht!

    lg lilly

  21. Rica sagt:

    Ich mochte Heldenprojekt nicht so gerne, DENN: Es zieht sich total. Ich verstehe nicht, was der Autor damit sagen will, dass die Jugendlichen in dem Buch Gedichte erfinden und währenddessen einen Joint herumgehen lassen. Können die sich nicht für eines von Beiden entscheiden (z.B. Gedichte schreiben ;-) ). Außerdem werden die Schäden, die die Drogen anrichten nicht beschrieben. Die kiffen einfach munter weiter und nichts passiert!!! Zitat: “Ich fragte mich, ob Pia etwas Ungesundes in den Joint getan hatte.” - Also bitte, mir kann keiner erzählen, dass ein Joint gesund ist. Ich finde auch, dass das so klingt, als würden sie sich einen Apfel teilen.
    Aber es gab auch etwas Gutes: Ich fand es toll, was diese Jugendlichen geschafft haben. Und sie haben GEWALTLOS “rebelliert”. Außerdem haben sie etwas getan, etwas bewegt (anders in Radio Gaga). Im Großen und Ganzen: Gelungen, aber, für mich, fad.

  22. Lea sagt:

    @Rica: Also ich finde den Satz: “Ich fragte mich, ob Pia was Ungesundes in den Joint getan hatte” total lustig und hab mich beim Lesen ur abgehaut! Natürlich ist er ziemlich ironisch, weil Drogen eben ungesund sind, aber genau das ist ja der Gag dran!
    Deinen Vergleich mit den Gedichten und dem Joint verstehe ich nicht ganz - meinst du, dass es komisch ist, dass die Leute gleichzeitig Gedichte schreiben und einen Joint herumgehen lassen? Ich meine, es ist doch eigentlich so als würde man Gedichte schreiben und währenddessen was essen oder so (abgesehen davon dass Drogen nehmen ungesünder ist ……)

    lg lea

  23. Lena sagt:

    Es hat jetzt einige Zeit gedauert, aber ich möchte natürlich noch auf die Politik- und Meinungssache ‘antworten’:
    Ich finde es sehr realistisch, dass die Jugendlichen zuerst einmal aus ‘Langeweile’ (nur das ist es ja nicht, aber mir will im Moment kein Wort bzw. keine Umschreibung einfallen) die Plakataktionen starten. Allerdings hätte ich mir dann eben durch den Verlauf der Geschichte sehr gut vorstellen können, dass die ganze Gruppe mehr meinungsbildende Diskussionen führt, sodass auch der Leser angeregt wird, (mit) zu denken. Auch damit unsere etwas faule Generation in diesen Themen mehr Anregung und Motivation bekommt.
    In meinem Bekanntenkreis ist es schon so, dass wir uns sehr viel über Politik, Toleranz und Menschlichkeit unterhalten. Ich glaube aber, dass das nicht überall so ein Thema ist, halte es aber für wichtig und denke schon, dass an sich ein ‘mehr’ an Interesse möglich wäre.

    Dann zu den Vorbildern:
    Ich denke auch, dass Personen aus Büchern keine Vorbilder sein sollten (das gibts in diesen ganzen moralischen Geschichten zur Genüge und ich denke, dass sollte doch überholt sein), aber wie Lilly eh schon geschrieben hat, manchmal werden sie es unbeabsichtigt. Und dabei geht es eben nicht darum, dass man gleich das selbe tut wie sie, eher ist es so, dass man seine Handlungen auf Grund der Handlungen der Personen in Büchern reflektiert. Das finde ich schon wichtig und gut.

    Und Rica,
    zuerst mag ich sagen, auch wenn das nicht ganz hier her passt, dass ich sehr wohl finde, dass die Leute in Radio Gaga was bewegen, dass sie sich für etwas einsetzen und auch was tun. Alleine die Szene wo sie alle mit den ‘Fans’ friedlich den Turm ‘besetzen’, sagt für mich sehr viel über den Charakter der heutigen Jungend aus.

    Zur Drogensache: Ganz so harmlos wie Lea sehe ich das nicht. (Allerdings sehe ich in Gedichte schreiben und dabei einen Joint rauchen auch keinen Gegensatz.) Es kommt schon auf die Art der Droge an.

  24. Christian sagt:

    @ Lena: Danke für die Einschätzung wegen der Politiksache. Für mich ist das ein sehr wichtiger Punkt. Ich lese oft in sogenannten Jugendstudien, dass “die Jugend” (wer zur Hölle soll das eigentlich sein, DIE Jugend?) nicht politisch ist. Ich glaube manchmal, dass es einen bestimmten “erwachsenen” Begriff von Politik gibt, auf den viele Leute sehr zurecht keine Lust haben. Mit dem HeldenProjekt habe ich versucht, einen etwas erweiterten Politikbegriff anzuwenden.

    @ Lilly: Ich habe keine Ahnung, wie ich reagieren würde - ich würde es vermutlich absolut unerträglich finden.

    zu den Dorgen: Beate, die Lektorin von dtv, und ich haben ziemlich lange darüber diskutiert, wieviel in dem Buch eigentlich geraucht, gekifft und Alhohol getrunken wird. Im ursprünglichen Manuskript gab es keine Szene, wenn Magnus, Sebi und die anderen sich getroffen haben, wo sie nicht auch Alkohol getrunken haben. (Außer in der Schule natürlich). Mir war das überhaupt nicht aufgefallen, und als Beate mich darauf aufmerksam machte, war ich schon ein bisschen betroffen. Vor allem davon, dass es “früher” bei uns wirklich so war, als ich 16 war: Wann immer wir irgendwas machten oder irgendwo rumhingen, war Bier mit dabei. Manchmal diskutiere ich mit SchülerInnen darüber, wenn ich Autorenlesungen mache, und die haben dazu auch sehr kontroverse Einschätzungen. Einige, vor allem die Jungs, bestätigen mir, dass das nun mal so sei. Ich meine, okay - ich habe als Jugendlicher auch tierisch gesoffen, aber heute sehe ich das durchaus auch kritisch. Im Vergleich mit Alkohol finde ich kiffen da schon deutlich weniger schlimm. Wie auch immer… wichtig ist mir, dass das HeldenProjekt kein pädagogisches Buch ist. Ich stelle die Sachen einfach dar, wie sie sein könnten, nicht, wie sie vielleicht sein sollten. Gerade, weil ich aus der Jugendarbeit komme und in meinem derzeitigen Hauptjob viel Jugendpolitik mache, lege ich Wert darauf, dass Pädagogik, Politik und Literatur bei allen Überschneidungen erkennbar getrennt voneinander bleiben.

  25. Lea sagt:

    @Lena: ääääähhh, du hast geschrieben “…..dass ich sehr wohl finde, dass die Leute in Radio Gaga was bewegen.”
    Ähm …. wir reden aber doch von Heldenprojekt oder?

    2) Es war nicht meine Absicht die Gefährlichkeit von Drogen herunter zu spielen, aber ich finde einfach dass “…ob Pia was Ungesundes in den Joint getan hatte” ein lustiger Satz war, auch wenn es um Drogen geht.

  26. Lena sagt:

    Liebe Lea,
    ich habe damit auf Ricas Satz geantwortet, in dem sie schreibt, die Leute in Radio Gaga würden nichts bewegen. Das konnte ich für mich so nicht stehen lassen. Übrigens bin ich darauf auch eingegangen und hab anfangs eben deshalb geschrieben: “zuerst mag ich sagen, auch wenn das nicht ganz hier her passt…”
    Beim Herunterspielen von Drogen habe ich auch nicht an den Satz mit dem ungesunden Zeug im Joint gedacht, sondern daran, dass du geschrieben hast, neben dem Gedichte schreiben zu kiffen wäre in etwa vergleichbar mit daneben etwas zu essen. Das verharmlost eine Droge für mich schon.
    Aber egal, es passiert sehr leicht, dass man sich gerade bei so ’schriftlichen Diskussionen’ missversteht.

  27. Lena sagt:

    Zu dem Satz “Ich stelle die Sachen einfach dar, wie sie sein könnten, nicht, wie sie vielleicht sein sollten.” möchte ich sagen, dass er mir sehr gut gefällt und dass ich eigentlich glaube, dass gerade eben, wenn Situationen so realistisch beschrieben werden (und ich finde, die Sache mit dem Alkohol und auch dem Kiffen sehr realitätsnah), man viel eher angeregt wird sein Verhalten zu reflektieren. Ist etwas (auch unterschwellig) zu moralisch, nimmt man (jedenfalls geht es mir da so) ohnehin sofort eine abwehrende Haltung ein, auch wenn ich dem möglicherweise zustimmen könnte.

    DIE Jugend und der POLITIKBEGRIFF. Das ist alles ziemlich schwierig und ein sehr großes Thema (gerade für eine Onlinediskussion :) ).
    Wer mit DIE Jugend gemeint ist, würde mich auch interessieren. Ich fühle mich davon/dabei sehr oft nicht angesprochen.
    Außerdem würde mich interessieren, wie du, Christian, das mit dem erweiterten Politikbegriff meinst, bevor ich was beschreibe, was vielleicht gar nicht passend ist.
    Und es würde mich interessieren, welches Alter so deine eigentliche Zielgruppe war beim Schreiben des Buches.

  28. Tamara sagt:

    Hier hat sich ja schon einiges getan! Rica hat etwas angesprochen, das mich auch interessiert - die Gedichte! Ich denke dass in diesem Alter (naja zwischen 14 und 16) die Jugendlichen (wer auch immer) sich nicht besonders für Literatur und vor allem für Gedichte interessieren. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber ich bin überzeigt, dass der Großteil der Jugendlichen anderes im Kopf hat ;) . Wie bist du also auf die Idee mit den Gedichten gekommen, Christian? Hast du damals auch Gedichte geschrieben?

    Ich würde Drogen nehmen nicht mit Essen vergleichen. Sicher gibt es auch “harmlose” Drogen, aber wenn man bedenkt dass man an einer Überdosis sterben kann, finde ich es seltsam, dass sie in dem Buch oft welche nehmen. Denken sie nicht über die Konsequenzen nach? Wie beginnen sie welche zu nehmen? Einfach so, weil es die anderen auch tun?

    Zu der Sache mit Radio Gaga (jaja, Lena hat schon gesagt, dass es nicht hierher gehört) : Die Jugendlichen leisten gewaltlosen Widerstand. In Radio Gaga ist es sicher anders, aber dennoch gewaltlos. Dass so viele Leute Radio Gaga hören, beweißt doch eigentlich, dass sie die Jugend bewegen und zum Nachdenken auffordern.

    Die Frage “können Menschen aus Büchern Vorbilder sein” ist sehr kompliziert. Ich denke schon. Natürlich wird man jetzt nicht sagen: Ich habe beschlossen so wie Magnus zu sein! Aber ich denke (so wie Lena und Lilly schon mehrfach geschrieben haben), dass sie es einfach sind. Unbewusst, aber doch!

  29. Lea sagt:

    @Lena: Das mit dem Essen war nicht als Vergleich mit Drogen nehmen gedacht, sondern für den Vergleich mit “etwas gleichzeitig machen”.

    Nochmal: Ich finde nicht, dass Drogen “gesund” oder gut sind!!!!!!

  30. Christian sagt:

    Mit dem Politikbegriff meine ich, dass viele Menschen unter Politik vor allem das verstehen, was in Regierungen, Parlamenten und Verwaltungen geschieht. Das Problem ist, dass es dort immer weniger Gestaltungsspielräume gibt oder zu geben scheint, weil ja (s. Globalisierung etc.) immer mehr “Sachzwänge vorherrschen”. Ich denke aber, dass Politik sehr viel näher am eigenen Umfeld beginnt, also sich dafür zu interessieren, was in der eigenen Straße los ist oder im Stadtteil oder so was in der Art. Und auszuprobieren, ob es Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Ich habe jetzt leider keine Definition dafür. Ich finde halt, wenn sich ein paar Leute zusammenschließen, die eine Botschaft haben, dann fängt da schon Politik an.

    In Sachen Zielgruppe - kann ich gar nicht so genau sagen. Es gibt vom HeldenProjekt eine Art “Urfassung”, einen ersten Entwurf, den ich kurz nach der Schulzeit, also mit neunzehn geschrieben habe. Ich habe dabei nicht an eine Zielgruppe gedacht, sondern einfach vorausgesetzt, ich schreibe für Leute in meinem Alter etwas über Leute in meinem Alter, also waren alle neunzehn und gingen in die Stufe 13, wo man bei uns das Abi macht (jedenfalls noch, Schulzeit wird in D jetzt verkürzt). Beim HeldenProjekt habe ich die Leute etwas jünger gemacht, damit sie näher an der (jetzt haben wirs:) Zielgruppe sind, die so ab etwa 13 oder 14 angesetzt wird. Das sind aber Dinge, über die vor allem der Verlag nachdenkt, ich weniger, muss ich gestehen, ich kann das auch nicht so gut beurteilen. Anders als bei dem Buch, das ich davor veröffentlicht habe (RaumZeit, spielt im Jugendknast), höre ich oft, dass das HeldenProjekt eigentlich nur für das Gymnasium geeignet wäre und nicht für andere Schulformen. Hm… weiß nicht. Habt ihr ‘ne Meinung dazu? Ich finde übrigens, dass es vom Alter her keine Beschränkung gibt. Viele meiner Freunde haben das HeldenProjekt gelesen und es hat ihnen gefallen, alle sind so um die 30 jahre alt. Kann aber daran liegen, dass viele kleine Randgeschichten sowie die Sprache sie sehr an ihre/ unsere Jugend erinnert haben. Anscheinend kommen wir jetzt erstmals in ein Alter, wo man verstärkt an seine Jugend denkt, weil man plötzlich merkt, dass man sie jetzt doch mal so langsam hinter sich hat… ;-)

  31. becky sagt:

    Hallo Leute!
    Die Diskussion ist ja wirklich voll im Gange (und ich hab sie eröffnet…. hihihihi :) ).
    @ Christian
    Warum sollte das Buch nur fürs Gymnasium geeignet sein????? Das glaub ich überhaupt nicht. Aber ich glaube nicht, dass zum Beispiel meine Mutter dieses Buch lesen würde. Klar gefällt es anderen Erwachsenen sicher auch, aber……..naja.
    Glaubst du eigentlich, dass ein Autor viel erleben muss, um ein gutes Buch zu schreiben????
    Mich würde auch interessieren wie du auf die Idee mit den Gedichten gekommen bist, das ist ja eigentlich nicht so alltäglich, oder??

    @Lea
    Wie oft schreibst du noch, dass du Drogen nicht gesund findest???

    @Tam
    Ich finde es auch nicht so gut, dass Drogen und Alkohol so verharmlost und alltäglich gemacht werden, aber was soll man tun, so sind halt viele Leute in unserer Jugend.

    @Lilly
    Für mich sind Leute in Büchern keine Vorbilder.

    lg becky

  32. Lilly sagt:

    @ christian: ich finde nicht, dass heldenprojekt nur für gymnasiasten ist - es stirbt ja auch einer und überhaupt schwänzen die ja auch ständig schule (magnus: “cafetaria ist mein hauptfach”) :-)

    @ rica: findest du nicht, dass du diesen satz “Ich fragte mich, ob Pia etwas Ungesundes in den Joint getan hatte.” etwas zu ernst nimmst? bevor der satz kam, hat dir das buch doch nämlich noch gefallen, oder irre ich mich da?

    und dann wollte ich noch mal in die runde fragen wie ihr es findet, dass magnus und marie nach/beim begräbnis rumkntschen? ich persönlich fand das nämlich sehr schön (ok, schön ist vielleicht das falsche wort, aber halt passend). als ich die “szene” meinen freunden erzählt habe, fanden die das alle ganz schlimm, aber ich finde während man das buch liest, passt es. und ich finde es ist ein sehr schönes ende.
    wie seht ihr das?

    lg lilly

  33. Anna sagt:

    @lilly: das ende ist super, der ort ist doch nebensächlich!!

    es stimmt schon, dass dieses buch in hauptschulen sicher nicht gut ankommt, die haben dort ein anderes schulsystem, eine andere einstellung und merkürdige lehrer . . . (z.b. meine mutter), aber ich lese heldenprojekt jetzt mit meiner klasse und alle sind ganz “entsetzt” über die vielen “schimpfwörter”, drogen, alkohol, rauchen, schuleschwänzen, etc. sie finden außerdem, dass der verlauf der geschichte ziemlich offensichtlich ist (wir haben erst zwei kapitel gelesen).

    fandet ihr das auch?

    lg anna

  34. Melanie sagt:

    Hallo an alle!
    Mich hat das Ende ein bisschen verstört! Ist es Sebis Freunden so wurscht oder haben sie es noch nicht wirklich kapiert, dass ihr Freund ist krepiert? (Ok, ich lass das Dichten.) Ich bin jetzt gegen etwas, aber nicht für etwas, denn ein anderes, besseres Ende weiß ich auch nicht. (Ein kleiner Vergleich zur Situation in Heldenprojekt.) Meiner Meinung nach, geht es in dem Buch nicht um die Freundschaft der Jugendlichen untereinander, sondern um das, was sie tun.

    Ich finde es übrigens toll, dass die Jugendlichen in diesem Buch Gedichte schreiben und sich für die Dinge interessieren, die um sie geschehen. Sie wollen auch mitmischen in der Welt der Erwachsenen, doch sie kennen sich noch nicht wirklich aus. Sie sammeln Erfahrungen, was passiert, wenn sie sich öffentlich äußern. Es gibt Leute, die sich ihrer Meinung anschließen, aber auch welche, die gegen sie sind. Es muss nicht gleich in einen Mord ausarten, aber so wird im Buch ausgedrückt, dass es im Leben oft gewaltige Meinungsverschiedenheiten gibt.

    Zum Thema POLITIK und JUGENDLICHE. Ich glaube, es hängt sehr von den Eltern ab, wie sehr sich Jugendliche für Politik interessieren. Ich persönlich weiß fast überhaupt nichts über Politik und interessiere mich auch (noch) nicht dafür. Ich finde, im Buch spielt Poltik genau im richtigen Maß eine Rolle. Es ist eigentlicht nicht so wichtig worüber sich die Jugendlichen äußern.

    Kann es sein, dass das Buch gar nicht so zum Nachdenken anregen soll, sondern dass die Botschaft ” Hey, halt die Augen offen. Zeig Interesse an vielen verschiedenen Dingen, denn deine Meinung ist gefragt. Doch, Vorsicht, es gibt auch andere Meinungen” lautet?

  35. Christian sagt:

    Zu der Sache mit den Gedichten - ich finde, das ist viel alltäglicher als man denkt, es wird nur nicht so viel darüber gesprochen. Dichten ist eine der besten Formen, die eigenen Gedanken auszudrücken und ich treffe immer wieder viele Leute, die dichten. Das Ungewöhnliche daran ist wohl eher, darüber zu reden, wie das die Leute im “Projekt” machen. In der Schule hatte ich mal eine Freundin (also im Sinne von Freundschaft, ihr versteht), die hat Gedichte geschrieben und ich auch, und wir haben die Gedichte getauscht und darüber diskutiert. Das war damals für mich/ für uns eine sehr intime Erfahrung und es lag auch immer mal wieder “was zwischen uns in der Luft”, aber wir sind nie zusammengekommen, wie das Leben halt so spielt. Ich hatte aber später immer im Hinterkopf, das mal als Aufhänger für einen Roman zu nehmen. Daraus wurde aber nichts, weil allein nur die Gedichte-Sache einfach zu wenig ist und mir nichts Gutes dafür eingefallen ist. Andererseits war ich aber zu vernarrt in die Idee, als dass ich sie einfach aufgeben wollte. Und so ist sie ins HeldenProjekt eingegangen.
    Das führt direkt zu Beckys Frage, ob man viel erleben muss, um Bücher zu schreiben. Tja, hm. Was meint ihr? Ich erlebe zwar viel, aber nicht so spektakuläre Sachen, bin noch nie von Neonazis gejagt worden z.B. und so. Andererseits finde ich, dass das ganze Leben, auch der Alltag, voll von interessanten Geschichten steckt, die dann anfangen zu leben, wenn man sie mit der eigenen Fantasie vermischt und weiterspinnt. Insofern ist für mich das Schreiben eine Art Experimentieren: Ich habe eine Anfangsidee und male mir aus, was wäre, wenn als nächstes dieses oder jenes passieren würde. Daraus ergibt sich eine neue Konstellation, mit der man wiederum weiter experimentieren kann. Das macht für mich das Schreiben so interessant.

    @Lilly: ich würde total gern was sagen zu der Szene am Schluss mit Magnus und Marie, aber erst würde ich gerne eure Meinungen lesen.

    Ach ja, noch was zum Thema Dichten und Gedichte: Ihr tut’s doch auch, oder? ;-)

  36. Lilly sagt:

    ich wollt nur nochmal betonen, dass ich die szene am schluß sehr gut finde, weil sie einfach so wunderbar passt. und ich glaube schon, dass ihnen bewusst ist, dass ihr freund “gerade krepiert ist”. sie sagen ja selber, dass es krass ist bei der beerdigung rumzuknutschen. und dann kommen sie gemeinsam zum schluß, dass das so ok ist, weil “wir könnten ja schon morgen von einem auto überfahren werden”.

  37. Christian sagt:

    @ Lilly: Ein kleines Geständnis: Wolfgang, ein Freund von mir, und zufällig der Gründer der Band backyard poetry, hat beim “googeln” deine Rezension gefunden (die ist doch von dir, oder?), wo du die Band erwähnst. Jetzt ist er sehr stolz und ich soll dich grüßen ;-)

    @ Melanie: Bisher war das nicht unbedingt die Botschaft des Buches, aber hey, ich finde, die hört sich ziemlich gut an, da kann ich mich schon auch mit identifizieren.

    Zum Ende: Meine Lektorin sagte damals nach der Besprechnung: “So, jetzt müssen wir noch über den Schluss sprechen, Sex auf dem Grab.” Huch, hab ich gedacht, wenn man es so formuliert, dann ist es wirklich eine sehr extreme Szene. Aber letztlich hab ich vermutlich genau das gewollt, das extreme nämlich, ein bisschen nach dem Motto: Das Leben muss man leben, wo man es kriegen kann. Naja, oder so ähnlich. Ist jetzt nicht gerade eine “Botschaft”. Aber ich habe irgendwie ein Faible für paradoxe Situationen.

  38. Lilly sagt:

    @ christian: vielen dank (und ja, die rezension ist von mir) - ich hab mir gar nicht gedacht, dass es backyard poetry wirklich gibt!

  39. Christian sagt:

    So, nun ist es hier ruhig geworden. Deshalb bedanke ich mich bei euch für die Diskussion und sage: tschüß. Und viel Erfolg weiterhin bei eurer Juryarbeit. Ohne Leute wie euch stünden Leute wie ich ziemlich dumm da ;-)
    Macht’s gut!

  40. Lilly sagt:

    ich wollt auch nur noch mal sagen, dass ich die ganze diskussion super fand. eigentlich bin ich auch traurig, dass sie schon vorbei ist :-( aber was solls.
    und dann wollt ich mich noch bei dir, christian, bedanken, dass du hier mitdiskutiert hast. ich find das echt klasse.

    naja, also tschüß!
    lilly

    p.s.: vielleicht hat ja einer von euch lust mir für meine homepage (www.lesemaus.at) eine buchbesprechung zu schreiben? wär echt super!!

  41. Lea sagt:

    @christian: danke, dass du mit uns im blog diskutiert hast! war echt lustig und interessant!
    lg lea

  42. Mirjam sagt:

    he, ihr alle, da bin ich wieder, ich muss sagen, ich bin überwältigt. Ich war neugierig und habe gleich einmal ins blog geschaut, wa sich so getan hat und da steht 41 ! kommentare. toll. es war aufregend sie zu lesen. ich freue mich sehr darüber. eine tolle diskussion! nur florian hat gefehlt und hoffentlich ist sein computer bald wieder ansprechbar.
    lg. mirjam

  43. Tamara sagt:

    Ich wollte mich auch noch bei Christian bedanken. Es ist spannend zu wissen, was sich der Autor gedacht hat, als er das Buch schrieb. Man lernt ganz andere Seiten des Buches kennen.
    lg Tami

  44. Jenny sagt:

    Ich finde das Buch einfach gut!

  45. Mirjam sagt:

    hallo, eine verspätete meldung.
    unsere mai-diskussion zu “das heldenprojekt” hat einen appendix bekommen.

    eine schulklasse des bgz. aus salzburg hat kommentare eingeschickt, die ich nicht als solche erkannt habe. darum möchte ich mich bei allen dafür entschuldigen. Und zwar bei lisi, lisa, schorsch und andi, barbara, steffi & steffi, andrea, jenny2, matthias, dragana, anja & nina, conni & caro, stanzi & dodo, gabriel & bernhard, dem punk aus taxham, nina, vera & tanja, kathi & lisi, frederfirtz & christoph, burak, flow, lisa & romy (ich hoffe, ich habe niemanden übersehen)

    da unsere diskussion quasi abgeschlossen war, sind sämtliche sehr viel später aufgetauchten “kommentare” als spams deklariert worden, von denen wir überschwemmt werden, und die wir auch sofort löschen. eigenartiger weise hatte ich dann eure 29 kommentare in der warteschlange stehen. zum glück!

    wir freuen uns natürlich, dass so viele meldungen zum buch gekommen sind, können die kommentare aber nicht mehr reinstellen, da keine neuen aussagen dazugekommen sind und das meiste schon ausdiskutiert ist. Ihr habt quasi eine eigene, verspätete runde gebildet, und, wie wir hoffen untereinander darüber gesprochen. wir werden eure aussagen und meinungen zusammenfassen und gebündelt wiedergeben. und beim nächsten buch seid ihr hoffentlilch mit dabei, wir freuen uns schon darauf und sind sehr gespannt auf eure meinungen!

  46. Sophia sagt:

    also ich finde das buch ganz gut…dadurch, dass wir es momentan in der schule lesen, befassen wir uns damit genauer.
    es ist sehr interessant, welche beziehungen eigentlich zwischen den freunden bestehen. ebenfalls finde ich die handlung sehr interessant, weil eben “endlich mal was passiert”. das ist wie im echten leben, dass man immer erwartet, dass etwas geschieht.
    es ist echt gelungen. obwohl das thema rechtradikalismus in der schule eigentlich immer ziemlich öde rübergebracht wird, muss ich sagen, dass es in diesem buch sehr gut gelungen ist.

  47. Mona sagt:

    Mir gefällt das Buch auch echt gut.
    Ich finde es ist spannend geschrieben und in einer (für mich) ansprechenden, jugendlichen Sprache verfasst.
    Es gibt nur ein Ding, dass mich an dem Buch ein wenig stört: der Schluss.
    Dass Sebi stirbt finde ich okay, aber dass Magnus und Marie gleich nach den Begräbnis wieder rumknutschen finde ich irgendwie umpassend. Was sagt ihr?

    LG Mona

    PS: ich denke, dass der linke am Cover Sebi, und der recht Magnus ist…. das Cover gefällt mir übrigends nicht besonders.

Kommentar verfassen

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.