In einem Leben wie diesem

22. October 2008
leben Aline Sax,
In einem Leben wie diesem.
Aus dem Niederländischen von Stefan Häring und Verena Kiefer
Arena 2008

320 Seiten, ca. 15 Euro
ISBN 9783401060927

New York 1911: Vor zwei Jahren kam der Junge Adrian ohne seine Familie nach New York, hat sich dennoch gut eingelebt, Freunde und auch sich selbst immer mehr gefunden. Der Traum von einer erfüllten Zukunft scheint greifbar nahe, vor allem als Adrian und seine Freunde die Möglichkeit bekommen eine Bar zu eröffnen. Doch damit beginnt eine lange Reihe von Unglücksfällen…

Mit Begeisterung habt ihr letztes Jahr den ersten Teil dieser Geschichte - ‘Eine Welt dazwischen’ gelesen. Nun ist der zweite Teil da und auch schon verschlungen.
Wir sind gespannt, was ihr dazu zu sagen habt!

Mögt ihr ihn,
kann er die Qualität halten,
wie verändern sich die Charaktere,
was gefällt euch,
was nicht
und wie findet ihr das Cover,
die Sprache,
welches Gefühl wird vermittelt?

Los zur ersten Diskussionsrunde diesen Lesejahres!

Lesejahr 2007/2008

14. May 2008

Ende April/Anfang Mai trafen sich die Jurymitglieder zu den Jurysitzungen - Preise, Nominierungen und Bestenlisten stehen fest. Die Nominierungen sind unter www.juryderjungenleser.at einsehbar, die Preise werden am 15.Mai verkündet.

Wie kam es zu euren Entscheidungen? Seit ihr zufrieden? Welche Bücher könnt ihr außerdem empfehlen und warum?

Was macht ein Buch zu einem Preisbuch? Was unterscheidet ein Preisbuch vom Lieblingsbuch? Oder ist das für euch das selbe? Warum, warum nicht?

Wie ergeht es euch mit den Coverpreisen? Welche Kriterien sind dabei zu beachten? Habt ihr Spaß daran? Was sagt ihr zu den Coverpreisen in den anderen Gruppen? Hättet ihr auch so entschieden?

Tauscht euch aus über den ‘Jury-Alltag’ und erläutert eure Nominierungen!
Außerdem lasst uns wissen, auf welche Bücher ihr euch im Herbst schon freut oder was ihr über den Sommer lesen werdet?!

Simpel

7. April 2008
simpel Marie-Aude Murail,
Simpel.
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel.
Fischer Schatzinsel 2007
ab 12 Jahren

304 Seiten, Euro 13,90
ISBN 978-3-596-85207-9

Liebe Leserinnen und Leser!
Sowohl bei der Kinderbuchjury als auch bei der Jugendbuchjury steht dieses Buch ganz oben auf den Hitlisten und auch die deutschen Jugendjurys haben dieses Buch auf der Leipziger Buchmesse für ihren Buchpreis nominiert.

WARUM?

  • Was macht dieses Buch aus? Warum gefällt es euch so gut? Warum ist es lesens- und empfehlenswert?
  • Wie sind die Personen (Simpel, Colbert, die WG-Bewohner), der Schreibstil, die Geschichte?
  • Was löst das Buch in euch aus, welche Gefühle habt ihr?

Lasst uns darüber diskutieren!
Ich freu mich drauf.

Hier eine kurze Inhaltsangabe, die hoffentlich viele dazu anregt dieses Buch zu lesen:
Colbert und Simpel sind Brüder. Colbert ist 17, Simpel 22 und trotzdem ist es umgekehrt, Colbert ist der Ältere und muss das auch oft sein.
Simpel ist geistig behindert und hat die letzten Monate in einem Heim verbracht - Malicroix. Dass es ihm dort ganz und gar nicht gut geht, hat Colbert schnell verstanden und ihn im Einverständnis des Vaters zu sich geholt. Und jetzt versucht er die beiden Leben auf die Reihe zu bekommen. Das fängt damit an, dass die beiden eine Wohnung brauchen. So ziehen sie in eine Studenten-WG in Paris. Vieles wird dadurch einfacher, anders, aber bald auch nervenaufreibend, gefühlvoll und verwirrend, weil das Leben sie mit Riesenschritten einholt…

Rocco

11. September 2007
rocco Katrin Bongard,
Rocco.
Beltz & Gelberg 2007

ca. 336 Seiten, Euro 12,90
ISBN 978-3-407-81017-5

Und wie schon letztes Jahr beginnen wir unsere Diskussionen im BLOG mit einem Buch von Katrin Bongard. Der dritte und letzte Band über Radio Gaga und das Leben daneben, Rocco, liegt seit kurzem vor.
Schön, dass sich das schon das zweite Mal so trifft.

Auch im neuen Band begleitet der Leser neben der Geschichte um Radio Gaga besonders dessen Mitglieder in ihrem Leben.
Und es tut sich einiges:
Mika ist zurück aus New York, Rocco feiert seinen 18. Geburtstag, Jens übertrifft sich mit Horror-Hörspielen, Ruben steuert Videos bei … doch dann beginnt die Schule
und mir ihr eine Prüfung nach der anderen. Außerdem beschäftigt Rocco die Bundeswehr, der Führerschein, ein Interview mit einem Neo-Nazi-Aussteiger und die Frage, warum Mika ihm die drei Worte “Ich liebe dich” noch immer vorenthält.
Als zu dem ganzen Prüfungsstress dann auch noch Ramonas und Gioves Tochter geboren wird, scheint Radio Gaga still zu stehen…
Doch Radio Gaga wäre nicht Radio Gaga würden die Mitglieder nicht übersprudeln vor Ideen. Und so kratzen sie dennoch die Kurve und nicht nur das: die langersehnte Frequenz rückt in erreichbare Nähe…

Mich interessieren besonders folgende Fragen:

  • Findet ihr, die Charaktere haben sich verändert? Wie gefällt euch das?
  • Wem fühlt ihr euch besonders verbunden? Warum?
  • Was sagt ihr nach drei Bänden zur Sprache? Ist das Tempo wieder oder noch immer da?
  • Hält sich die Qualität? Und welcher Band ist euer Liebling?

Für den Anfang sollte das reichen, denn ich denke, euch als treue Leser fällt noch eine Menge mehr an Diskussionsstoff ein.

ALSO LOS!

Lesejahr 2006/2007

11. June 2007

Vor etwa einem Monat wählte die Jury der Jungen Leser Ihre diesjährigen Preisbücher. Zeit also, um über das vergangene Lesejahr zu resümieren.
Die Nominierungen der Altersgruppe 14-15 J. sind wie folgt:

Stephanie Meyer, Bis(s) zum Morgengrauen, Carlsen 2006
Markus Zusak, Der Joker, cbj 2006
Margaret Wild, Eine Nacht, Carl Hanser 2006
Valérie Zenatti, Leihst du mir deinen Blick?, Cecilie Dressler 2006
Julie Anne Peters, Luna, dtv extra 2006
David Klass, wenn er kommt, dann laufen wir, Arena 2006

Wie kam es zu diesen Nominierungen, warum gerade diese Bücher? Was unterscheidet sie von den anderen, was macht sie zu einem Preisanwärter?
Und wie kam es zum diesjährigen Preisbuch - Der Joker von Markus Zusak?

Gibt es bestimmte Themen, die euch besonders interessieren? Könnt ihr gewisse Trends in den Büchern feststellen? Wohin geht euer Interesse? Habt ihr Themenwünsche für die nächsten Leseabenteuer? Ist euch etwas abgegangen?

Fragen über Fragen…
Und uns bleibt nur gespannt auf eure Antworten zu sein!

wenn er kommt, dann laufen wir

30. January 2007
wenn er kommt,... David Klass,
wenn er kommt, dann laufen wir
Aus dem amerikanischen Englisch von Alexandra Ernst.

325 Seiten, EUR 13, 95
ISBN 3401058983
ab 14 Jahren

“…gibt es wirklich so etwas wie gut und böse?” Ich dachte an Troy. Troy in meinem Haus, in dem Zimmer direkt neben mir. Troy, der mir jeden Abend am Esstisch gegenüber saß und lächelte. Das Böse existierte nicht nur - es hatte sich in unserem Haus eingenistet.”

Jeff kann seinem Bruder nicht verzeihen. Sein Bruder, der vor fünf Jahren einen Jungen umgebracht hat. Troy, der Mörder. Und jetzt ist er seiner scheinbar gerechten Strafe, der lebenslangen Haft entkommen, weil er zur Tatzeit noch minderjährig war. Damit haben nicht einmal Jeffs Eltern gerechnet, von Natur aus gutmütige, sehr christliche Menschen. Nun wird Troy zurück zur Familie kommen, bei ihnen wohnen, im Zimmer neben Jeff. Doch dieser weiß genau, dass Troy noch immer gefährlich ist, was immer er auch den anderen Leuten vorgaukelt, Troy ist und bleibt ein Mörder. Und als Jeffs Freundin Beth ihn dann auch noch aus Angst vor Troy verlässt, ist er am Boden zerstört und sein Leben für immer verändert.
(Inhaltsangabe von Alina Schnieder)

Zwei große Diskussionen zu diesem Buch gab es schon - die einen sind begeistert, die anderen haben so einiges zu bemängeln und auszusetzen! Nun soll die Diskussion hier schriftlich weiter gehen, denn gesagt ist noch lang nicht alles…

    Darf man Gut und Böse so sehr personifizieren?
    Welches Verhältnis haben die Brüder zueinander, wie schaut ihre Vergangenheit aus?
    Was hat es mit den ‘viel gelobten’ und aussagekräftigen Gesprächen auf sich? Zitiert auch gerne und nehmt Bezug auf wesentliche Stellen!
    Inwiefern verändert dieses Buch euer Denken über Gut und Böse?
    Warum tut es das, oder warum tut es das nicht?
    Was macht euch wütend, stimmt euch traurig? Konntet ihr mitfühlen?
    Ist die gewählte Erzählperspektive (es wird aus der Sicht von Jeff erzählt) eurer Meinung nach gelungen, oder hätte man auch andere Personen zu Wort kommen lassen sollen?


Lasst uns die Diskussion beginnen…

Freaks

12. December 2006
freaks Joey Goebel,
Freaks.
Aus dem amerikanischen Englisch von Hans M. Herzog.
Diogenes 2006

208 Seiten, EUR 15
ISBN 3-257-06546-9

In einer kleinen Stadt in Kentucky haben sich fünf Außenseiter gefunden: eine 80jährige, die in einem Sex-Pistols-T-Shirt und in Cowboystiefeln herumläuft; eine wunderschöne Frau im Rollstuhl; ein junger Iraker auf der Such nach dem Amerikander, den er im 1. Golfkrieg verwundet hat; ein frühreifes kleines Mädchen und ein extrem wortgewandter Afroamerikaner, der ständig auf Drogen zu sein scheint, tatsächlich aber völlig nüchtern durchs Leben geht.
Musik ist ihre Leidenschaft und zusammen gründen sie eine Band - THE FREAKS.

So ungewöhnlich all diese Charaktere klingen, so ungewöhnlich ist auch die neue Geschichte von unserem Preisträger 2006 Joey Goebel.

Mich interessiert:
Konntet ihr euch mit den Charakteren anfreunden?
Könnt ihr deren Handlungen (teilweise) nachvollziehen?
Wie fandet ihr den Erzählstil, die ewigen Perspektivenwechsel?
Und wie ging es euch mit der Sprache?
Was sagt ihr zum großen Showdown beim ersten Auftritt von den FREAKS?
Habt ihr Fragen an den Autor?
und…auch wichtig:
wie findet ihr das Cover?

Lasst hören!

Radio Gaga on Air

20. September 2006
radio gaga on air Katrin Bongard,
Radio Gaga on Air
Beltz & Gelberg 2006

296 Seiten, EUR 12, 90
ISBN 3-407-80980-8

Seit einem Monat ist nun der zweite Band von Radio Gaga im Handel.
“Endlich!”, seufzen wir als Jurymitglieder, denn Katrin Bongard hat mit Radio Gaga den Jugendbuchpreis 2006 der Jury der Jungen Leser erhalten und wir waren schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.
(Eine Rezension zum ersten Band ‘Radio Gaga’, sowie Bilder und einen Bericht der Preisverleihung findest du auf unserer Homepage: www.juryderjungenleser.at)

Bei der Preisverleihung im Juni erzählte uns Katrin Bongard, der zweite Band beginne genau dort, wo der erste aufhöre, denn das ist das, was sie sich schon immer erträumt hatte. Genau so ist es auch.
Und nicht nur das: die Sprache bleibt, wie schon im ersten Band rasant und mitreißend, die Themen werden einfühlsam und ausführlich behandelt, neue Wege, neue Probleme, aber auch neue Glücksmomente tun sich im Leben von Rocco und der Radio Gaga Crew auf.

Schon bei der Preisverleihung beschloßen wir Radio Gaga on Air hier im Blog zu besprechen und ich bin unglaublich gespannt, was ihr denn nun dazu zu sagen habt…
Wie hat es euch gefallen?
Wie findet ihr die Personen?
Wie die Sprache und die behandelten Themen?
Findet ihr einen der zwei Bände besser? Und wieso?
Trifft das Buch eure Erwartungen?

Das und noch viel mehr will ich wissen, also legt los!!!

Das Heldenprojekt

16. May 2006
Christian Linker, Das Heldenprojekt.
dtv 2005, 251 S, € 7,80, ISBN 3-423-782o7-2

Magnus, Sebi, Pia, Ebru, T-Bone und Tom sind ‘das Projekt’ - eine Gruppe Jugendlicher, die sich trifft, um sich selbstgeschriebene Gedichte vorzulesen. Als Marie dazukommt, fangen sie an, nachts Wahlplakate einer rechtsradikalen Partei mit Magnus’ Gedichten zu überkleben. Die Aktion ist ein voller Erfolg und die Mitglieder des ‘Projekts’ werden als Helden gefeiert. Auch die Presse zeigt sich interessiert und Lehrer, die früher nicht mit Sebi und den anderen umgehen konnten, sind begeistert.
Allerdings bekommt ‘das Prokejt’ nicht nur positive Rückmeldungen - die Mitglieder erhalten immer wieder Drohbriefe und anonyme Anrufe, die sie allerdings nicht ernst nehmen.
Um Geld für ihre nächste Veranstaltung zu sammeln, organisieren sie eine Party, doch diese gerät außer Kontrolle und ein paar Tage später wird ein Mitglied der Gruppe (Sebi) getötet. (Lilly Manon Maier)

Und weiter schreibst du, Lilly, in deiner Rezension: “Vor allem mit dem Thema von ‘Heldenprojekt’ kann ich mich super identifizieren: Jugendliche, die etwas verändern wollen, weil sie der Meinung sind, dass endlich einmal etwas passieren muss.”

    Habt ihr auch schon das Gefühl gehabt, etwas ver-ändern zu wollen, etwas in Gang bringen zu wollen, egal wie, hauptsache, dass was passiert?
    Und wie ist es euch dabei gegangen? Habt ihr es versucht? Ist es euch gelungen? Wie habt ihr euch gefühlt? Heldenhaft?

So eine Aktion nimmt meist eine Eigendynamik an mit der nicht gerechnet wird und niemand weiss, wie sie ausgeht. Sowohl die Aktion selbst als auch in der Gruppe.

    Ist es das Risiko wert?
    Wie steht ihr dazu und wie würdet ihr euch verhalten?
    Wie ist es euch bei der Lektüre mit dem Buch “Das Heldenprojekt” gegangen?
    Wie findet ihr die einzelnen Charaktere?
    Könnt ihr euch mit einer, einem davon identifizieren?

Auf eure Stellungnahmen sind wir sehr gespannt.

Boot Camp

12. March 2006
Morton Rhue, Boot Camp. Aus dem amerikanischen Englisch von Werner Schmitz, Ravensburger 2006, 253 S, (ab 15), € 12,95, ISBN 3-473-35258-6

In seinem neuen Roman “Boot Camp” zeichnet der Autor Morton Rhue ein erschütterndes Bild von amerikanischen Erziehungsanstalten - und davon, wie sie Jugendliche zerstören.

Erniedrigung, körperliche Gewalt und brutale Hackordnung - so sieht der Alltag von Connor aus, seit seine Eltern ihn ins “Lake Harmony” gesteckt haben. Handlanger haben ihn entführt, ihn wie einen Kriminellen mit Handschellen gefesselt und in das hunderte von Meilen entfernte Camp gesteckt. Hier soll er Respekt vor seinen Eltern lernen, soll so werden, wie sie es gerne hätten. Und das alles nur, weil er in Sabrina verliebt ist und nicht den Lebensstil seiner Eltern annehmen will.

Morton Rhue beschränkt sich in seinem Buch auf das, was in dem Boot Camp passiert, warum es wem geschieht und vor allem wie. Weder wird auf die Ausgangssituation und die Gefühle des Jungen näher eingegangen, die zu diesem mörderischen Vollzug geführt haben, noch Beweggründe anderer Personen aufgezeigt. Das Buch endet mit der Brechung des Willens und der Auslöschung seines Ichs.

Damit klagt der Autor die Institution dieser Umerziehungslager an. Ich aber klage die Eltern an, die solche Camps erst ermöglichen. Wie blöde müssen solche Unmenschen sein, die in ihrem Hass und ihrer Verblendung ihr ungeliebtes Kind in Handschellen ent- und abführen lassen?! Ich nehme dem Autor nicht ab, dass die Verantwortlichen, nämlich die Eltern nicht wissen, was mit ihrem Umerziehungsobjekt geschieht, denn es geschieht mit ihrer Einwilligung, auf ihren ausdrücklichen Wunsch sowie aus Feigheit und Bequemlichkeit.

Die Diskussion zu diesem brisanten Thema über die Hintergründe und die Ungeheuerlichkeit solcher Maßnahmen ist somit eröffnet und ich bin schon sehr neugierig auf eure Kommentare.

  • Wie ist es euch mit der Lektüre gegangen?
  • Was sagt ihr zum Inhalt, zum Aufbau, … Ende?
  • Was empfindet ihr nach dem Lesen?
  • Worüber möchtet ihr reden?
  • Womit fangen wir an?